Wie funktionierte „Mode“ in der Sowjetunion? Während die westliche Modewelt von Konsum und ständigem Wandel geprägt war, stand das sowjetische Design vor einer ganz anderen Herausforderung: Es sollte ästhetisch, funktional und ideologisch konform sein, bildete es doch die äußere Hülle des „Neuen Menschen“. Das Seminar beleuchtet die faszinierende Geschichte von Mode und Alltagskultur in der UdSSR, von den konstruktivistischen Utopien und avantgardistischen Experimenten der 1920er über den gelebten „Sozialistischen Realismus“ bis zu den davon abweichenden bunten Jugend-Subkulturen der Stiljagi und der Hippies und den späten sowjetischen Modetrends der Perestroika-Ära. Dabei analysieren wir Mode nicht nur als Kleidungsstück, sondern als visuelles Zeugnis gesellschaftlicher und politischer Transformationsprozesse.

Semester: WiSe 2026/27