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Einen zentralen Aspekt der Manifestation des Faschismus im öffentlichen Raum – Aufmärsche, Film- und Plakatpropaganda, Wochenschauen, Monumentalarchitektur – beschrieb Walter Benjamin als »Ästhetisierung des Politischen«. Diese Beobachtung lässt sich fraglos ebenso für andere Totalitarismen des 20. Jahrhunderts verifizieren. Zugleich wirkten totalitäre Ideologien nicht zuletzt auf Grund dieses Aspekts enorme Faszination auf zahlreiche Künstler:innen des Ästhetizismus und der Avantgarde aus, da hier die von vielen von ihnen gehegte Idee, von der Kunst aus das Leben zu revolutionieren und neu zu organisieren, im Politischen gespiegelt zu werden schien.

Im Seminar soll das komplexe und komplizierte Verhältnis zwischen Totalitarismus und Ästhetik in einem polykontexturalen und multiperspektivischen Zugriff in den Blick genommen werden. So wird einerseits exemplarisch der in den verschiedenen Totalitarismen präsenten »Ästhetisierung des Politischen« nachgegangen werden. Andererseits sollen die Konvergenzen und Divergenzen totalitärer Programmatiken einerseits und künstlerischer Avantgarden der klassischen Moderne (Futurismus, Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus...) andererseits diskutiert werden. Nicht zuletzt stellt sich schließlich die Frage nach den ästhetisch-künstlerischen Programmen und Ästhetiken, die in totalitären Regimes selbst entworfen wurden. Diese und weitere Aspekte sollen anhand von Beispielen aus Literatur, Kunst, Film und Musik diskutiert werden.

Semester: WiSe 2026/27
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