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Erzählen und Erinnern sind zentrale kulturelle Praktiken, durch die Erfahrungen bewahrt, weitergegeben und gedeutet werden. Eine besondere Rolle kommt dabei der Figur des Zeugen zu: Wo unmittelbare Evidenz fehlt, entstehen Wissen und Bedeutung durch erzählerische Vermittlung. Doch was heißt es, Zeugnis abzulegen? Wie verhalten sich Erinnerung, Narration und Verantwortung zueinander? Und auf welche Weise prägen literarische, mediale und gesellschaftliche Formen des Erzählens unser Verständnis von Vergangenheit und Gegenwart? Das Seminar widmet sich aus literaturwissenschaftlicher Perspektive der Frage, wie Zeugenschaft als eine spezifische Form des Erzählens funktioniert und welche epistemologischen, ethischen, politischen und ästhetischen Dimensionen damit verbunden sind. Im Zentrum stehen unterschiedliche Konzepte der Zeugenschaft sowie ihre Bedeutung für Prozesse des Erinnerns, Dokumentierens und Archivierens. Gemeinsam untersuchen wir, wie Zeugenschaft zwischen persönlicher Erfahrung und kollektiver Erinnerung vermittelt und welche Rolle narrative Verfahren für die Konstitution von Wissen und Verantwortung in der Literatur spielen.

Semester: SoSe 2026
Organisationseinheit: Fakultät für Philologie
Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)
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