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Die Übung für Fortgeschrittene behandelt das schwierigste und traumatischste Kapitel der deutsch-polnischen Beziehungen: die Aggression des Dritten Reiches gegen Polen im September 1939 und die darauffolgende Besatzungs- und Exterminierungspolitik. Die nationalsozialistische Okkupationspolitik zielte auf die völlige Vernichtung Polens ab und brachte große Bevölkerungs- und Materialverluste mit sich. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen folgende Inhalte:

  1. Opfer und Vernichtung: Es wird untersucht, wie rund 6 Millionen polnische Staatsbürger ihr Leben verloren, darunter fast alle polnischen Juden (3,5 Millionen). Fast die gesamte kulturelle und politische Elite Polens fiel einer gezielten Ausrottungspolitik zum Opfer.
  2. Terror und Zwangsarbeit: Die Besatzung war geprägt von der Verachtung der Deutschen gegenüber den Polen. Millionen wurden zur Zwangsarbeit in Deutschland verschleppt, und polnische Häftlinge waren in den meisten Konzentrations- und Vernichtungslagern vertreten.
  3. Kulturelle Zerstörung und Verfolgung: Die totale Zerstörung Warschaus und nationaler Denkmäler galt als Beweis für die moderne Barbarei der Deutschen. Zudem wurden Angehörige der polnischen Minderheit in Deutschland in Konzentrationslagern umgebracht, ihre Organisationen verboten und enteignet.
  4. Nachkriegszeit: Die Jahre 1939–1945 spielten eine entscheidende Rolle für die zukünftigen deutsch-polnischen Beziehungen. Das kollektive Gedächtnis in Polen wurde jahrzehntelang von der Vorstellung der kollektiven Schuld Deutschlands geprägt.
  5. Folgen und Versöhnung: Das Seminar thematisiert die Folgen des Krieges, wie die Westverschiebung Polens und die beispiellosen Zwangsumsiedlungen und Vertreibungen. Abschließend wird der lange Weg zur Normalisierung beleuchtet, von der symbolischen Reue Willy Brandts vor dem Warschauer Ghetto-Denkmal bis zur Bitte um Vergebung der polnischen Bischöfe im Jahr 1965.
Semester: SoSe 2026
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