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In diesem Seminar werden die Grundbegriffe von Wahrnehmung, Wissen und Verstehen eingeführt. Auf diesem Hintergrund werden die gegenwärtigen Theorien der Objektwahrnehmung diskutiert. Dabei sind zentrale Fragen:

  1. Was ist das Objekt der Wahrnehmung: Sinnesdaten oder Objekte der Außenwelt?
  2. Welche Rolle spielt Hintergrundwissen und das Verfügen über Begriffe für die Wahrnehmung der Welt?
  3. Welche Rolle spielt die Kultur für die Wahrnehmung?
  4. In welcher Weise sind Wahrnehmung und Handlung miteinander verknüpft?
  5. Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Menschen und verschiedenen Tierarten?

Diese Fragen werden systematisch anhand zentraler Literatur diskutiert. Das Seminar ist für Studierende des Master of Education geeignet. Für Bachelorstudierende wird erwartet, dass sie alle Grundvorlesungen bestanden haben. Um die obigen Fragen zu diskutieren, wird z.B. ein Überblick über zentrale philosophische Theorien der Wahrnehmung geliefert, die z.B. die Neo-Kantische Theorie von McDowell, aber auch die Gegenposition von Fred Dretske einschließt. Eine wichtige Unterscheidung ist bei dem Phänomen Wahrnehmung ist die zwischen dem Wahrnehmungserlebnis und dem Wahrnehmungsurteil. Darauf aufbauend soll die zentrale Frage diskutiert werden welchen Einfluss Begriffe auf unser Wahrnehmungserlebnis haben. Kann unser Wahrnehmungserlebnis (bei konstantem sensorischem Input) allein durch eine neue Aktivierung von Begriffen verändert werden? Ist Wahrnehmen ein vom Handeln isolierter Prozess oder kann man beides nur als gekoppelte Prozesse verstehen (perception-action-coupling)? Diese Fragen führen zur Betrachtung von Fällen von ‚sensorischer Substitution‘, die darin bestehen, dass ein Mensch, dessen Auge und Sehsystem im Gehirn zerstört sind, eine Kamera als Ersatz des Auges erhält, wobei die Reize der Kamera an den Tastsinn weitergeleitet werden: Erstaunlicherweise kann ein Mensch unter bestimmten Bedingungen wieder Konturen sehen lernen. Was zeigt dieser und andere Fälle der Wahrnehmungspsychologie uns für eine philosophische Theorie? Auch die Rolle der Kultur sowie die besondere Wahrnehmung von Hunden, Bienen oder anderen Tieren kann man nur erfassen, wenn wir die Grunderkenntnisse der empirischen Forschung mit in den Blick nehmen. Diese werden im Seminar mit einbezogen.

Die Literatur wird über Moodle-Plattform bereitgestellt. Das Seminar beginnt am Donnerstag, den 16.04.2026

Text für die erste Sitzung: Gerhard Ernst: Einführung in die Erkenntnistheorie, Wiss. Buchgesellschaft 2016. Kap. 5 „Wissen und Rechtfertigung, S. 77-91.

(Der Text wird auf der Homepage von Prof. Newen bereitgestellt. Weitere Texte werden in Moodle bereitgestellt.)

Semester: SoSe 2026
Organisationseinheit: Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft
Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)
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