Einschreibeoptionen

In unserem alltäglichen Leben interagieren wir mit einer Vielzahl von Algorithmen, die wir als Werkzeuge nutzen und welche zugleich jedoch unser Verhalten beeinflussen. Wir delegieren (bzw. ‚outsourcen‘) eine Vielzahl täglicher Aufgaben an diese: Ob es darum geht, eine Route mit Google Maps zu planen, Trainings- und Schlafgewohnheiten zu tracken, Film- und Buchauswahlen auf Plattformen wie Amazon oder Netflix zu durchstöbern oder einen Text mit ChatGPT zu verfassen – es ist schwer, sich dem Einfluss dieser algorithmischen Werkzeuge zu entziehen. Ihre weit verbreitete Nutzung wirft wichtige ethische Fragen auf.

Dieses Seminar konzentriert sich auf die moralphilosophischen Auswirkungen dieser Interaktion mir Algorithmen in unseren täglichen persönlichen Aktivitäten. Was passiert, wenn wir zahlreiche tägliche Aufgaben und Ziele an digitale Assistenten und andere algorithmische Werkzeuge delegieren oder mit ihnen teilen? Algorithmische Werkzeuge prägen unsere Entscheidungsumgebung, indem sie Optionen vorab filtern und hervorheben, Erinnerungen oder Anreize senden und vermehrt sogar Entscheidungen für uns treffen oder sprachlich mit uns interagieren. Wie wirkt sich dies auf unsere Autonomie oder unser Selbstverständnis aus? Eine weitere zentrale Frage betrifft ihre Auswirkungen auf unsere moralischen oder intellektuellen Fähigkeiten. Während ein gewisses Delegieren an Technologien uns in moralischer oder kognitiver Hinsicht effizienter machen kann, kann auch argumentiert werden, dass eine übermäßige Abhängigkeit von Algorithmen unsere Tugendentwicklung zu untergraben droht und zu einem Fähigkeitsverlust führt. In diesem Seminar werden wir diese und damit zusammenhängende Fragen behandeln und dabei auch das positive Potenzial des algorithmischen Outsourcings im Blick behalten.

Semester: SoSe 2026
Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)
Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)