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    • Das Archiv des Gestüts liegt in einem ruhigen Seitenflügel des Herrenhauses. Hohe Regale, staubige Mappen und ledergebundene Register füllen den Raum. Alles scheint auf Ordnung und Dauer angelegt zu sein — und doch fällt sofort auf, dass etwas nicht stimmt. Ein Fach steht offen, auf einem Tisch liegen lose Blätter, und ein kleines Inventarblatt ist in mehrere Teile gerissen.

      Wenn das Hauptzuchtbuch wirklich verschwunden ist und der Brief recht hatte, beginnt die Spur genau hier.

      Bevor Sie weiter in die Unterlagen eindringen können, müssen Sie das beschädigte Inventarblatt wieder zusammensetzen. Vielleicht verrät gerade dieses unscheinbare Dokument, welche Unterlagen zuletzt bewegt wurden.

    • Das Datum liegt unmittelbar vor der Sturmnacht, und die Regalnummer ist präzise genug, um gezieltes Suchen zu ermöglichen. Solche Verweise wirken zunächst trocken, doch in einem streng geführten Gestüt konnte schon eine kleine Unregelmäßigkeit in den Registern bedeutsam sein.

      Zwischen den Blättern liegt außerdem ein kurzer Vermerk des Archivgehilfen.

    • Nun verdichtet sich der Verdacht: Das Hauptregister befand sich offenbar nicht mehr dort, wo es normalerweise aufbewahrt wurde. Jemand hat es verlagert oder in Sicherheit gebracht.

      In der Ecke des Archivs steht ein kleiner Katalogschrank mit Messingbeschlägen. Auf seiner Tür klebt ein vergilbter Streifen Papier.

    • Das Schloss springt auf. Im Inneren liegt ein schmaler Karteikasten mit Pferdenamen und Randnotizen.
      Ein Name ist mehrfach unterstrichen: Tempelhüter.
      Daneben steht ein später hinzugefügter Vermerk:

      „Nicht Linie III. Prüfung in den Stallungen nötig.“

    • Im Archiv wird deutlich, dass Tempelhüter nicht zufällig in den Unterlagen auftaucht. Offenbar gab es Zweifel an seiner offiziellen Einordnung, und jemand hielt es für notwendig, genau dies gesondert zu vermerken.

      Doch Dokumente allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Wenn in der Nacht des Verschwindens tatsächlich etwas Entscheidendes geschah, dann muss es auch außerhalb des Archivs Spuren gegeben haben. Der nächste Weg führt dorthin, wo Tempelhüter untergebracht war: in die Stallungen.