Das Ziel der Psychologie ist es, menschliches Erleben und Verhalten zu verstehen, doch ein Großteil Prozesse verbirgt sich in der individuellen Subjektivität. Eye-Tracking ist eine der Technologien, die Einblicke in jene Bereiche eröffnet, die früher nur durch Instrospektion zugänglich waren. Bereits 1935 führte Guy Thomas Buswell bahnbrechende Eye-Tracking-Untersuchungen durch und gelangte dabei zu grundlegenden
Erkenntnissen: Menschen richten ihren Blick auf Bereiche in Bildern, die die aussagekräftigsten und relevantesten Informationen für die jeweilige Aufgabe enthalten. Moderne hochentwickelte Eye-Tracking-Geräte ermöglichen es uns mittels präziser Blick- und Pupillenaufzeichnung, Aufmerksamkeitsverschiebungen, die Auswahl von Informationen und Arousal-States in Echtzeit zu beobachten und so die verborgenen Dynamiken menschlicher Wahrnehmung aufzudecken.
In diesem Seminar werden wir zunächst Grundlagenliteratur zum Eye-Tracking untersuchen, um etablierte Standardmetriken kennenzulernen und die vielfältigen Forschungsfragen zu verstehen, die mit dieser Methode beantwortet werden können. Sie lernen, wie man mit dieser Methode gewonnene Daten verarbeitet, analysiert und präsentiert, und diskutieren Möglichkeiten und Grenzen.

Semester: WiSe 2026/27