Literarische Texte laden dazu ein, sich in Figuren hineinzuversetzen, mit ihnen zu fühlen und ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Zugleich erfordert die wissenschaftliche Beschäftigung mit Literatur einen analytischen Blick, der Erzählstrategien, historische Kontexte und poetische Gestaltung in den Mittelpunkt stellt. Das Seminar widmet sich diesem Spannungsverhältnis zwischen identifikatorischem und analytischem Lesen am Beispiel von Heinrichs von Veldeke Eneasroman. Als erster höfischer Roman in deutscher Sprache gehört er zu den Klassikern der mittelalterlichen Literatur.
Ein besonderer Bestandteil des Seminars ist ein Praxistag an einem Gymnasium in Mülheim an der Ruhr. Dort erhalten die Studierenden die Möglichkeit, selbst entwickelte Unterrichtsstunden zum Eneasroman in der Schulpraxis zu erproben und ihre Erfahrungen anschließend gemeinsam zu reflektieren.
Als Seminargrundlage lesen Sie bitte vorab den Eneasroman, empfohlen wird folgende Ausgabe:
Heinrich Veldeke: Eneasroman. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Übersetzt von Dieter Kartschoke, Stuttgart 2007. (Reclam)
- Kursleiter/in: Miriam Beatrice Kunna