Elfriede Jelineks Werk ist untrennbar mit den Medien verbunden, in denen es entsteht und zirkuliert. Schon früh interessierte Jelinek sich für alternative Formen des Publizierens und literarischer Öffentlichkeit. Seit den späten 1990er Jahren macht sie ihre eigene Website zu einem zentralen Ort ihres Schreibens. Auch ihre per Video übertragene Nobelpreisvorlesung 2004 verweist auf eine Autorschaft, die mediale Präsenz und Absenz reflektiert und in der Kommunikation mit ihrem Publikum einsetzt. Damit rückt das Verhältnis der Autorin zum Feld der Literaturkritik und der Öffentlichkeit insgesamt in den Blick.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Seminar, welche Rolle Medien in Jelineks Theatertexten spielen, wie sie diese rahmen und wie die Auseinandersetzung mit Medien ihre Sprachkritik prägt. Im Mittelpunkt stehen der auf Jelineks Website veröffentlichte Theatertext Neid sowie ausgewählte Essays und Theatertexte wie Wut aber auch wichtige Romane wie Die Klavierspielerin oder Die Liebhaberinnen. Dabei fragen wir, wie Jelineks Verfahren der Zitatmontage, der Vielstimmigkeit und der sprachlichen Dekonstruktion politische und mediale Diskurse sichtbar machen und welche Rolle das Internet als Medium für ihr literarisches Schreiben spielt.

Semester: WiSe 2026/27