
Unsere digitale Kultur hat sich den letzten Jahrzehnten als Screen-Culture bzw. Bildschirmkultur entwickelt. Egal ob über den Fernseher, den Personal Computer oder nun das Smartphone:
Wir rezipieren digitale Inhalte über Bildschirme. Häufig werden digitale Screens als durchlässige Oberflächen, weniger häufig als Reflexionsfolien bzw. Spiegel verstanden, die sie allein wahrnehmungstechnisch immer auch sind. Im übertragenen Sinne wurden und werden Medien ausgehend von ihren Schnittstellen in vielfacher Weise als Spiegel verstanden.
Das Seminar rekonstruiert den klassischen Topos der Medien als Spiegel unserer Selbst, der mindestens auf Marshall McLuhans kontroverse Rede vom „Gadget-Lover“ zurückgeht und kommunikativ nun in der dialogischen Verführung der Chatbots wiederkehrt. Wir rezipieren klassische Positionen zu Medien und ihrer mimetischen Funktion in der frühen Psychologie,
Psychoanalyse, Robotik, Wissenschaftsgeschichte und Medientheorie, um sie mit Fallstudien und konkreten Materialien abzugleichen und kritisch einzuordnen.
Sie sollten selbstständig arbeiten wollen und die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit haben. Auf Moodle werden zu Beginn des Semesters die diskutierten Texte bereitgestellt.
- Kursleiter/in: Anna Tuschling
Semester: WT 2026/27