Wer kennt sie nicht, die Rede vom „finsteren Mittelalter“ oder das Sprechen von den „mittel- alterlichen Zuständen“, wenn uns etwas als primitiv erscheint. Doch weit gefehlt – bei näherer Betrachtung entpuppt sich die Epoche zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert weder als dunkel noch als unzivilisiert. Ganz im Gegenteil, aus christentumsgeschichtlicher Perspektive haben wir es mit einer äußerst reformreichen und innovativen Phase zu tun. Sei es die frühmittelalterliche Christianisierung der germanischen Völker, seien es die Gregorianische Reform und ihre Folgen (Verbot der Laieninvestitur), seien es die spirituellen Aufbrüche im Hoch- und Spätmittelalter (etwa das Aufkommen des Franziskaner-Ordens): Immer wieder war die Kirche bereit, ihre Strukturen zu überdenken und sich zu reformieren, um die Botschaft Christi authentisch an die Menschen weiterzugeben.
In einem zweiten Block der Vorlesung werden wir uns in diesem Wintersemester der Reforma- tion zuwenden und dabei vor allem der Frage widmen, wie sich aus dem Reformbestreben des Wittenberger Augustinermönchs und Theologieprofessors Martin Luther (1483–1546) die neue christliche Konfession des Protestantismus entwickeln konnte.
Die Veranstaltung wird in Teilen Übungscharakter tragen, da die Lektüre und Diskussion von historischen Quellen vorgesehen sind. Unterstützende Thesenpapiere, Quellenmaterial etc. werden zur Verfügung gestellt.
Studierende der Mittelalter und Renaissancestudien (MaRS) sind herzlich willkommen.
Literaturhinweise:
· ... werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
- Kursleiter/in: Florian Michael Bock
- Kursleiter/in: Paul-Moritz Enste
- Kursleiter/in: Daniel E.D. Müller
- Kursleiter/in: Michel Scalet