Was „Bildung“ im Deutschen bedeutet, lässt sich in kaum eine andere Sprache übersetzen. Er birgt das Versprechen einer vielseitigen und individuell ausgestaltbaren Persönlichkeitsentwicklung. Sein Siegeszug ist ununterbrochen, so tendiert der Bildungsbegriff aktuell u.a.
dazu „Erziehung“ als Oberkategorie der pädagogischen Wissenschaften zu verdrängen. Doch der Begriff entstand als solcher erst im 18. Jahrhundert und ist somit in seinem ideengeschichtlichen Kontext zu erfassen und verstehen. Außerdem beinhalten gesellschaftliche Bildung(begrenzungs)absichten auch immer ein widersprüchliches Verhältnis von gesellschaftlicher Herrschaft und individueller Emanzipation. Der Kurs nähert sich diesen historischen Verwobenheiten und Spannungsverhältnissen durch die kritische Lektüre pädagogischer Klassiker und befragt diese auch immer stets nach deren aktueller Relevanz.
 
Literatur:
Blankertz, Herwig (1982): Die Geschichte der Pädagogik. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart.
Koller, Hans-Christoph: Grundbegriffe, Theorien und Methoden der Erziehungswissenschaft. Eine Einführung.
Vierhaus, Rudolf (1972): „Bildung“. In: Brunner, Otto/Conze, Werner/Koselleck, Reinhart (Hrsg.): Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zu politisch-sozialen Sprache in Deutschland.
Semester: SoSe 2026