Curatorial Configurations I – Sichtbarwerden

 

Wie stellen kuratorische Praktiken Sichtbarkeit her, und was wird durch sie eigentlich sichtbar? Diese Fragen stehen im Zentrum des Seminars Curatorial Configurations I – Sichtbarwerden, das in grundlegende Konzepte und Fragestellungen der kuratorischen Theorie einführt. Das Verständnis dessen, was Kuratieren beinhaltet, geht dabei über eine berufliche Tätigkeit hinaus. Als Praxis, die Bedeutungen erzeugt und soziale wie ästhetische Verhältnisse gestaltet, wird Kuratieren als performativ betrachtet – als eine immer flüchtige Konfiguration innerhalb kultureller, institutioneller und medialer Zusammenhänge.

Der Schwerpunkt „Sichtbarwerden“ richtet den Blick auf Formen des „On-View-Seins“ innerhalb unterschiedlicher visueller Kulturen. Dies schließt Prozesse des Ausstellens ebenso mit ein wie Formen der Aufführung und (post-)digitale oder alltagskulturelle Praktiken. Das Seminar widmet sich darum grundlegenden Begriffen und Unterscheidungen: zwischen Kuratieren als konkreter Handlungsform und dem Kuratorischen als übergreifendem kulturellem Feld; zwischen Ausstellung als Medium, Format und Raum; sowie dem Display als Ordnungssystem, Bildschirm und potenziellem Kunstwerk. Dabei geht es nicht nur um das Ausstellen von Kunstwerken, sondern auch um das Sichtbarwerden von Diskursen, institutionellen Rahmungen, ökonomischen Bedingungen sowie der beteiligten Künstler*innen, Kurator*innen und Betrachtenden. Ziel ist es, zu verstehen, wie Sichtbarkeit kuratorisch hergestellt wird und welche Bedingungen diese Prozesse prägen.

Als Teil der Seminarreihe Curatorial Configurations verbindet das Seminar theoretische und historische Grundlagen mit ausgewählten künstlerischen und kuratorischen Beispielen, gegebenenfalls ergänzt durch Ortsbesuche und Praxisbezug.

Semester: ST 2026