Jezebel, Sapphire, Yiddische Mamme – rassifizierte Zuschreibungen sind immer auch geschlechtlich codiert. So erfahren Schwarze und jüdische Frauen durch „controlling images“ (Collins 2009, 77) intersektional verflochtene Exotisierung und Abwertung, da sie als „Projektionsfläche nicht nur des Weiblichen, sondern auch des Anderen, des (vermeintlich) Fremden“ (Ludewig 2022, 5) fungieren. Damit werden fremdbestimmte mediale Bilder Schwarzer und jüdischer Frauen zum Spiegel sowohl historischer als auch soziokultureller Entwicklungen. Da sie als „Gegenentwürfe“ zu hegemonialer Weiblichkeit fungieren, auf welche unerwünschte Eigenschaften projiziert werden (Stichwort: Othering), werden in ihrer Stereotypisierung gesellschaftliche Ängste aufgegriffen, und hierdurch bestehende Machtstrukturen naturalisiert. Gleichzeitig lässt sich hier erkennen, wie Geschlechterkonstruktionen, die in gesellschaftlichen und politischen Konstellationen der Vergangenheit entstanden sind, ihr „Echo“ in der Gegenwart finden (Schäfer-Wünsche & Schröder 2013, 110). Umgekehrt werden anhand dieser vergeschlechtlichten „controlling images“ ebenfalls Vorstellungen von Race und normativer Whiteness festgeschrieben. Gemeinsam werden wir uns im Seminar daher anschauen, wo die Ursprünge weiblicher Schwarzer und jüdischer Stereotypisierung liegen und wie sich diese in der medialen Repräsentation vor allem in der US-amerikanischen Popkultur heute noch einschreiben. Dabei werden wir die Grundlagen einer intersektionalen Analyse medialer Darstellungen erarbeiten und diese anhand ausgewählter Medienbeispiele aus Film, Fernsehen, Musikvideos und Internetphänomenen einüben.

- Kursleiter/in: Annika Viviana Artmann