Der Nahost-Konflikt gehört weltweit zu den am längsten dauernden und umstrittensten Auseinandersetzungen. Immer wieder ruft dieser Konflikt heftige öffentliche Reaktionen innerhalb und außerhalb dieser Region hervor. Dieses Oberseminar will einen Beitrag dazu leisten, die Hintergründe dieses scheinbar unlösbaren Konflikts verstehbar zu machen. Es wird deshalb zunächst um die Geschichte der Auflösung des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg ebenso wie um die Geschichte des Zionismus in Europa und der jüdischen Auswanderung nach Palästina gehen. Behandelt werden zudem die aus der jüdischen Siedlungsbewegung resultierenden Konflikte mit der arabischen Bevölkerung wie auch die vielfältigen Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust. Und schließlich geht es um die Gründung des Staates Israel 1948 und die darauffolgenden Konflikte mit den arabischen Nachbarländern sowie das damit eng verbundene palästinensisch Flüchtlingsproblem, die bis heute kein Ende genommen haben. Inwieweit lässt sich also historisch erklären, dass sich hier zwei Seiten gegenüberstehen, die sich gegenseitig das Existenzrecht absprechen und sich jeweils als das Opfer ihres Gegenübers verstehen?

Semester: ST 2026