Lange Zeit hat sich die zeitgeschichtliche Forschung zum Terrorismus in der Bundesrepublik vor allem auf die Rote Armee Fraktion (RAF) konzentriert. In jüngerer Zeit hat auch der rechte Terrorismus mehr Aufmerksamkeit gefunden, wozu vor allem die Aufdeckung des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) beigetragen hat. Zudem hat sich Forschung mit Anschlägen internationaler terroristischer Gruppen beschäftigt, so vor allem palästinensische Schwarze September in München 1992 oder spätere Anschläge, deren Urheberschaft der IS reklamierte. Dieses Hauptseminar will sich vor allem mit dem politischen und gesellschaftlichen Umgang mit terroristischen Gefahren in der Bundesrepublik beschäftigen. Welche Gewalttaten wurden als terroristisch definiert und wie veränderten sich diese Definitionen? Welche Rolle spielte die Medialisierung terroristischer Gewalt? Wer fühlte sich von terroristischer Gewalt bedroht und wer nicht? Und welche unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Reaktionen rief diese in der Bundesrepublik hervor? Die terroristische Gewalt wird in diesem Seminar somit als zentraler Teil der Geschichte der Sicherheit der Bundesrepublik behandelt.

Semester: ST 2026