In den neutestamentlichen Wundergeschichten begegnen uns eine Fülle unterschiedlicher Krankheitsbilder, die überraschender
Weise in der Forschung in ihrer Besonderheit und Differenz nach wie vor nur wenig Beachtung finden (vgl. zuletzt Saskia Breuer). Wir lesen beispielsweise von verschiedenen Formen des Aussatzes, von unterschiedlichen Fiebererkrankungen, Krankheiten der Bewegungsunfähigkeit, Erblindung, Durchfall, Blutungen, Epilepsie bzw. Mondsucht, unterschiedlichen dämonologisch erklärten Krankheitsphänomenen, Wassersucht etc. Diesen ganz konkreten Leiden wollen wir auf die Spur kommen und die unterschiedlichen Bereiche medikaler Kulturen kennenlernen, die in der Antike zu ihrer Überwindung zur Verfügung standen. Am Beginn wird eine Orientierung über die antike Medizin stehen. Wir werden hellenistische, insbesondere dann auch antik-jüdische Zeugnisse kennenlernen. Den Schwerpunkt der Veranstaltung bildet die gemeinsame Arbeit an den Krankenheilungserzählungen der Evangelien unter Einbeziehung ausgewählter Forschungsbeiträge. Hierbei wird es auch um die Frage gehen, was antik überhaupt unter „Krankheit“ und „Gesundheit“ zu verstehen ist.

Semester: SoSe 2026