
Das Begleitseminar zur Vorlesung „Performance Theorien“ vertieft und erweitert die von Prof. Dr. Dorota Sajewska vorgestellten theoretischen Positionen und Beispiele. Im Zentrum steht die gemeinsame Diskussion zentraler Ansätze zu Performance, Performanz und Performativität mit dem Ziel, diese kritisch zu durchdringen und eigenständig weiterzudenken. Entsprechend werden die Inhalte der Vorlesung im Seminar durch die Analyse konkreter Beispiele aus künstlerischen, sozialen und politischen Performances ergänzt und weitergeführt.
Die Auseinandersetzung mit den Performance Studies wird dabei – in Anschluss an Henry Bial und Sara Brady – als Arbeit in einem bewusst eklektischen Feld verstanden, das sich zunächst nur tautologisch fassen lässt: „performance studies is what performance studies people do“ (Bial und Brady 2025: 1). Vor diesem Hintergrund fragt das Seminar nach zentralen Entwicklungen innerhalb des Feldes, nach unterschiedlichen theoretischen und methodischen Zugängen sowie nach deren jeweiliger Relevanz. Zugleich wird diskutiert, welches analytische Potenzial die Ansätze der Performance Studies eröffnen, was mit dem Begriff der Performance jeweils geleistet werden kann und wo dessen begriffliche wie methodische Grenzen liegen.
Das Seminar vermittelt ein theoriegeleitetes, zugleich an Beispielen erprobtes Verständnis von Performance, Performanz und Performativität. Die behandelten theoretischen Positionen werden nicht nur rezipiert, sondern systematisch auf ihre politischen, epistemologischen und ästhetischen Implikationen hin befragt. Ziel ist es, analytisches Denken und wissenschaftliches Schreiben zu schärfen, Möglichkeiten des performative writing (Phelan 1993) zu erproben sowie zu untersuchen, inwiefern Performance und performative Forschung als methodische Zugänge künstlerischer Forschung oder ästhetischer Bildung produktiv gemacht werden können.
- Kursleiter/in: Dorota Sajewska