Film und FrauenrechteAusgehend von dem Seminar im Sommersemester 2025, das sich mit Film und Frauenrechten im Iran und in Afghanistan beschäftigte, habe ich mich bewusst dazu entschieden, diese Perspektive im aktuellen Seminar auf weitere regionale Kontexte auszuweiten. Ziel ist es, gemeinsame Strukturen patriarchaler Machtverhältnisse ebenso wie unterschiedliche gesellschaftliche, religiöse und politische Rahmenbedingungen vergleichend zu analysieren.
Pakistan und Indien bieten hierfür einen besonders aufschlussreichen Untersuchungsrahmen. In beiden Ländern sind Frauenrechte stark umkämpft und stehen im Spannungsfeld von Tradition, Religion, staatlicher Gesetzgebung und zivilgesellschaftlichem Widerstand. Filme aus diesen Kontexten thematisieren unter anderem geschlechtsspezifische Gewalt, Zwangsheirat, Einschränkungen von Bildung und Mobilität, religiös legitimierte Diskriminierung, Klassenzugehörigkeit sowie koloniale und postkoloniale Machtstrukturen.
Zugleich zeigt sich in den Filmen aus Pakistan und Indien eine große Vielfalt ästhetischer und narrativer Strategien, mit denen weibliche Erfahrungen sichtbar gemacht werden: von dokumentarischen Formen über sozialrealistische Erzählweisen bis hin zu fiktionalen und hybriden Formaten. Das Seminar untersucht, wie diese filmischen Mittel eingesetzt werden, um Empathie, Solidarität und politische Aufmerksamkeit zu erzeugen, und wie Frauen dabei nicht nur als Opfer, sondern als handelnde und widerständige Subjekte dargestellt werden.
Die vergleichende Perspektive zwischen Iran, Afghanistan, Pakistan und Indien macht sichtbar, wie Film als transnationales Medium zur Vernetzung feministischer Kämpfe beiträgt und welche Rolle audiovisuelle Bilder in der globalen Auseinandersetzung um Frauen- und Menschenrechte spielen. Leitende Fragestellungen des Seminars sind unter anderem: Mit welchen Strategien kämpfen Filme für die Rechte von Frauen? Welche Problematiken stehen im Vordergrund? Wie werden Empathie und Solidarität erzeugt? Welche Figurenkonstellationen dominieren die filmischen Erzählungen?
Das Seminar findet achtmal jeweils vierstündig im endstation Kino statt. Die Seminarsitzungen beginnen um 16:15 Uhr, ab 18:00 Uhr folgt die Filmvorführung mit anschließendem Filmgespräch. Hierzu werden Expertinnen und Vertreterinnen von Amnesty International eingeladen, die Einblicke in die aktuelle Lage der jeweiligen Frauen- und Menschenrechte geben. Zu ausgewählten Filmen werden zudem die Regisseur*innen anwesend sein.
Teilnahmebedingungen: regelmäßige Anwesenheit, Vorbereitung der Filme und Texte sowie Teilnahme an einer Gruppenarbeit.
Das Seminar findet in Kooperation mit Amnesty International Bochum und dem endstation Kino statt.

Semester: SoSe 2026