Das Seminar führt mit Harold A. Innis’ „Empire and Communications“ (Innis 1950) in eines der frühesten Werke der kanadischen Medientheorie ein. Im Vergleich zu Marshall McLuhans programmatischem Werk „Understanding Media“ (McLuhan 1964) wurde „Empire and Communications“ in den letzten Jahren zu wenig rezipiert. In „Empire and Communications“ entwickelt Innis erstmals die grundlegende Bedeutung verschiedener Kommunikationsmedien für den Aufbau, die logistische Aufrechterhaltung und die Wissenstradierung in antiken Großreichen wie Babylon, Ägypten, Griechenland und Rom. Innis kann deshalb als Vorläufer der gegenwärtigen Infrastrukturforschung angesehen werden, der Medientheorie mit Kultur-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte verbindet. Wir erarbeiten uns ein textnahes Verständnis dieser klassischen Medientheorie und betrachten die tragende Rolle von Harold A. Innis als Kriegsversehrtem, Religionskritiker und First Generation Academic innerhalb der Entstehung der Medienwissenschaft der kanadischen Schule. Im Rahmen der Seminararbeit können wir ausgewählte antike Kontexte und ihre Bedeutung für die Schrift- und Mediengeschichte anhand weiterer Texte und Materialien gesondert fokussieren.

Das Seminar ist als Präsenzveranstaltung mit intensiver gemeinsamer Text-, Material- und Diskussionsarbeit geplant.

Auf Moodle werden Sekundärtexte zu Beginn der Vorlesungszeit bereitgestellt. Es ist ratsam, sich eine Druckversion des Textes anzuschaffen. Den Originaltext finden Sie über die folgende URL des Projektes Gutenberg:

https://gutenberg.ca/ebooks/innis-empire/innis-empire-00-h.html

Semester: SoSe 2026