Räume werden verwandelt und verwandeln diejenigen, die sie bewohnen. Sie sind nicht gegeben, sondern werden durch eine Vielzahl von Beziehungen zwischen menschlichen und nichtmenschlichen Aktanten erzeugt. In Räumen bewegen und gruppieren sich Körper: Soziale Differenzierungen und Gemeinschaften entstehen, stratifiziert nach race, class und gender. Das Zusammenleben in Räumen wird dabei durch den Zugang zu den in ihnen vorhandenen und umkämpften Ressourcen ermöglicht und geprägt: Mit deren Ausbeutung und Nutzung gingen und gehen Versklavung, Arbeitsmigration und Kriege einher; es entstanden komplexe Verflechtungsgeschichten, die sich in der Gegenwart fortschreiben. Die materiellen Praktiken der Nutzung und Veränderung von Welt sind mit Imaginationen des Zusammenlebens, mit Konzepten und Diskursen verschränkt.
Der neu gegründete „Humanities Hub“ Transitorische Räume – Ressourcen, Verflechtungsgeschichten, materielle Praktiken bringt Wissenschaftler:innen verschiedener Fakultäten zusammen, um gemeinsam über die Politiken und Ästhetiken des Raums in Zeiten einer Renaissance geopolitischer Konzepte nachzudenken. Mit der Ringvorlesung und dem Begleitseminar sollen Studierende gleich bei der Gründung des Hubs in die Überlegungen einbezogen und transfakultäre Vernetzungen ermöglicht werden. Vortragen werden aus der Theaterwissenschaft Tomaz Amorim, Gerko Egert, Leon Gabriel, Dorota Sajewska und Jörn Etzold, sowie Tina Asmussen und Thomas Stöllner (Archäologie), Julia Bee (Medienwissenschaft), Christine Beese und Änne Söll/Fiona McGovern (Kunstgeschichte), Stefan Berger (Sozialgeschichte), Laura Bieger (Amerikanistik) und Tahani Nadim (Soziologie).
Scheine:
- SL: Essay
- MAP: nicht möglich
- Kursleiter/in: Jörn Etzold
- Kursleiter/in: Isabell Victoria Maar