
Warum sich mit der Geschichte der Lehrer:innenbildung beschäftigen? Die Auseinandersetzung mit dieser bietet wertvolles Reflexionswissen für aktuelle bildungshistorische Debatten!
Die kontroverse Diskussion um das Theorie-Praxis-Verhältnis in der pädagogischen Ausbildung zieht sich wie ein roter Faden durch die Bildungsgeschichte. Heute wird oft ein Zurück zu einer praxisorientierten
Nachahmungslehre gefordert, wie diese zu Beginn des 19. Jahrhundert üblich war. Doch 1848 rebellierten Volksschullehrer gegen schlechte Bezahlung, niedrigen
Status und ihre defizitäre Ausbildung. Sie forderten bereits die Gleichstellung mit den Gymnasiallehrern, die an den Universitäten ausgebildet wurden. Über Etappen in den 1920er Jahren und den 1960er Jahren konnte heute eine (fast) vollständige akademische Ausbildung aller Lehramtstypen erreicht werden. Lehrer:innenmangel und wissenschaftsfeindliche Einstellungsmuster führen zu einer Stimmungslage, die diese Errungenschaft rückgängig machen will.Das Seminar befasst sich vor dem Hintergrund dieses Problemaufrisses mit der Theorie und Geschichte der Lehrer:innenbildung.
Beckmann, Hans-Karl (1968): Lehrerseminar - Akademie - Hochschule : das Verhältnis von Theorie und Praxis in drei Epochen der Volkschullehrerausbildung.
Cramer, Colin/König, Johannes/Rothland, Martin (Hrsg.) (2025): Handbuch Lehrerinnen- und Lehrerbildung. 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage.
Sauer, Michael (1998): "Die Ausbildung der Volksschullehrer.“ In: Vom „Schulehalten“ zum Unterricht. Preußische Volksschule im 19. Jahrhundert, S. 59-77.
Sylvia Schütze (2014): "Das preußische Regulativ für den Seminarunterricht von 1854 – Standards für die Lehrerbildung?“, in: DDS – Die Deutsche Schule 106. Jahrgang 2014, Heft 4, S. 324-343.
- Kursleiter/in: Adrian Johannes Weiß
Semester: SoSe 2026