
Die Komödie, so definiert sie Johann Christoph
Gottsched in seinem „Versuch einer critischen Dichtkunst“, bringt ein
lächerliches oder gemäßigt lasterhaftes Verhalten zur Anschauung, um
dieses dem Verlachen preiszugeben und Zuschauerinnen und Zuschauer
gleichsam davor zu schützen, in das gleiche Laster zu verfallen. Dieses
Muster moralischer Belehrung, das standardmäßig mit der sächsischen
Typenkomödie identifiziert wird, wird im Kontext empfindsamer
Literaturentwicklung zunehmend psychologisiert – und damit intellektuell
komplexer und, im Blick auf seine moralische Belehrungsfunktion, in
gewissem Sinne uneindeutiger. Dieser Prozess soll im Proseminar in
detailgenauer Textarbeit nachvollzogen werden.
- Kursleiter/in: Benedikt Jessing