
Das Seminar bietet eine Einführung in die empirische Jugendforschung. Unbestritten ist, dass das Jugendalter heutzutage als eigenständige Phase im Lebensverlauf gilt und nicht allein als Zwischenphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Es wird ihm ein Eigensinn zuerkannt und ist sowohl Explorations- als auch Identitätsfindungsphase. Zudem finden im Jugendalter wichtige Ablösungsprozesse von den Eltern statt. Einerseits sind Jugendliche dabei mit dem Prozess des Erwachsenwerdens beschäftigt, andererseits sind sie auch mit bestimmten gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert, die ihre Lebenslagen und Alltagspraxen rahmen. Ihre Handlungsmöglichkeiten und auch ihre Verwirklichungschancen sind u.a. geprägt durch gesellschaftliche, familiäre und strukturelle Rahmenbedingungen, in denen junge Menschen aufwachsen.
Das Seminar beschäftigt sich mit vielfältigen Aspekten des Jugendalters und des Erwachsenwerdens. Es behandelt beispielsweise Fragen nach den Altersgrenzen der Jugendphase, sozialen Ungleichheiten (z.B. Armut), des sozialen Wandels des Jugendalters und des Erwachsenwerdens, Alltagspraktiken (z.B. Freizeitverhalten, Mediennutzung), sozialen Beziehungen (z.B. Familie, Peers) als auch gesundheitlichen Belastungen – nicht nur, aber auch in Krisenzeiten (z.B. Corona-Pandemie).
Die Dozentin ist stellvertretende Leitung der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung Jugendlicher“ in der Abteilung „Jugend und Jugendhilfe“ am Deutschen Jugendinstitut e.V. in München und forscht dort zu Verselbstständigungsprozessen (z.B. Auszug und Rückkehr ins Elternhaus) und Lebenslagen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ein aktueller Schwerpunkt ihrer Arbeit ist auch das Thema Einsamkeit im Jugend- und jungen Erwachsenenalter.
- Kursleiter/in: Anne Berngruber