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Leistungsteiler
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Data di modifica: 2 novembre 2012, 09:54 Utente: Chris HĂ€hnlein → CH
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In der Hochfrequenztechnik sind Leistungsteiler passive Bauelemente, die eine speziell geometrische Anordnung aufweisen. Dabei verteilt die Anordnung die Signalleistung möglichst gleichmĂ€Ăig auf zwei oder mehrere Tore. Leistungsteiler gibt es in verschiedenen AusfĂŒhrungen, die sich bezĂŒglich Leistung, Frequenz und Wellengang voneinander unterscheiden. Der Unterschied lĂ€sst sich am besten mit Streuparametern beschreiben. Im Folgenden werden verschiedene Leistungsteiler vorgestellt und diskutiert.
1. Wilkinson Leistungsteiler
Der so genannte âWilkinson Leistungsteilerâ wurde als Schaltungskonzept der Hochfrequenztechnik von Ernest J. Wilkinson im Jahr 1960 veröffentlicht.
Charakteristisch fĂŒr einen Wilkinson Leistungsteiler ist sein geringer Leistungsverlust, da es schaltungstechnisch ĂŒber eine Ausgangsanpassung und Entkopplung verfĂŒgt. Bei einem dreitorigen Wilkinson Leistungsteiler wird die Anpassung mit einem doppelten Wllenwiderstand zwischen beiden Ausgangstoren realisiert. Die Entkopplung ist aufgrung der geometrischen $$ \lambda/2 $$ LeitungslĂ€nge zwischen der beiden Azsgangstore gegeben. $$ \lambda/2 $$ der LeitungslĂ€nge verursacht bekanntlich nur eine Phasendrehung um 180°, die in diesem Fall zu Aufhebung der Welle fĂŒhrt.
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Abb. 1.1 : 3-Tor Wilkinson-Leistungsteiler in Mikrostreifentchnik
$$ \lambda $$ := WellenlÀnge, $$ Z_W $$ := Wellenimpedanz der Leitung, $$ R $$ := Abschlussimpedanz.
Am meisten profitiert die Mikrostreifentechnik vom Wilkinson Leistungsteiler. Als passives Schaltungselement wird er durch Leitungsstrukturen mit einem konzentrierten Bauelement einem Widerstand fĂŒr einen Abschluss realisiert (siehe Abb. 1.1). Sehr nĂŒtzlich ist die Möglichkeit einer Kaskadierung. Der Vorteil der Kaskadierung ist die geometrisch starre Anordnung, die eine synchron phasengleiche Wellenausbreitung ermöglicht. Oft werden viele parallele Signalpfade auf einem HF-Frontend benötigt. Eine Beispielanwendung hierfĂŒr ist das Multikanal-Frontend fĂŒr ein Antennen-Array-System, wo vielfach das gleiche Signal erforderlich ist, um Zwischenfrequenzen heunter u mischen oder TrĂ€gersignale fĂŒr mehrere Pfade zu erzeugen.
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Abb. 1.2: Ersatzschaltbild fĂŒr ein 3-Tor Wilkinson-Leistungsteiler
Das Ersatzshaltbild in Abb. 1.2 soll zur Berechnung der Wilkinson-Leistungsteiler Eigenschaften dienen, die im Folgenden durch technische Schlussfolgerungen und Berechnung der Streuparameter ermittelt werden. Dazu west das Ersatzschaltbild zwei Quellen am Tor 2 und 3 auf und das Masse-Potential am Tor 1.
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1.1 Streuparameter-Matrix
$$ \displaystyle \begin{bmatrix} b_1 \\ b_2 \\ b_3 \end{bmatrix} = \begin{bmatrix} S_{11} & S_{12} & S_{13} \\ S_{21} & S_{22} & S_{23} \\ S_{31} & S_{32} & S_{33} \end{bmatrix}
\cdot \begin{bmatrix} a_1 \\ a_2 \\ a_3 \end{bmatrix} $$,
wobei $$ S_{n,m} $$ das "n" die Wirkung vom Tor "n" und "m" die Ursache vom Tor "m" ist. Des Weiteren sind $$ a_n $$ die eintretenden und die $$ b_n $$ die austretenden Wellen sind.
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1.2 Technische Schlussfolgerungen und Ermittlung der Streuparameter
Die Funktion des Leistungsteilers lĂ€sst sich teoretisch gut durch Streuparameter-Matrix beschreiben. Hierbei soll die Berechnung auf einen einstufigen Wilkinson Leistungsteiler in Dreitor- AusfĂŒhrung begrenzen.
Die allseitige Leistungsanpassung mit dem entsprechendem Wellenwiderstand $$ Z_W $$ ergibt fĂŒr die Streuparameter in der Diagonale keine Auswirkung, was dazu fĂŒhrt, dass $$ S_{11} = S_{22} = S_{33} = 0 $$ sein mĂŒssen. Des Weiteren fĂŒhrt die Verbindung zwischen Tor 2 und 3 das Signal ĂŒber die $$ \lambda/2 $$ WeglĂ€nge, die eine Phasenverschiebung von 180° fĂŒr eine Welle darstellt. Da die Tore 2 und 3 auch ĂŒber einen Abschlusswiderstand gekoppelt sind, heben sich diese Wellenanteile auf, sodass keine gegenseitige RĂŒckkopplung zu Stande kommen kann. Dabei wird auch keine Leistung umgesetzt. Dieser Zusammenhang ergibt fĂŒr die Streuparameter, dass die Anteile $$ S_{23} = S_{32} = 0 $$ sein mĂŒssen.
Bei einer Einspeisung am Tor 1 teilt sich die Signalleistung aufgrund der geometrisch symmetrischen Anordnung jeweils in zwei HĂ€lfte auf, weil gleiche Belastung durch den Abschlusswiderstand an Tor 2 und 3 herrscht. Da die Amplitude quadratisch mit der Leistung zusammenhĂ€ngt, ergibt sich fĂŒr die Streuparameter der Faktor $$ P_2 = \frac{ P_1 }{ 2 } \Rightarrow U_2 = \frac{ U_1 }{ \sqrt{ 2 } } $$. Zugleich hat eine Leitung bekanntlich einen Einfluss auf die Phasendrehung der Welle. FĂŒr die Phase wirkt eine abgeschlossene $$ \lambda/4 $$ Leitung als -90° Phasenverschiebung. Der Zusammenhang kann wie folgt dargestellt werden:
$$ U_2 = U_1 \cdot e^{( \alpha - j \beta \frac{ \lambda }{ 4 } )} = U_1 \cdot e^{( 0 - j \frac{ \pi }{ 2 }) } = U_1 \cdot ( cos ( \frac{ \pi }{ 2 } ) - j sin ( \frac{ \pi }{ 2 } ) ) = -j U_1 $$
mit $$ \alpha = 0 $$ und $$ \beta = \frac{ 2 \pi }{ \lambda } $$.
Diese Schlussfolgerungen ergeben fĂŒr die Transmissions der Streuparameteranteile $$ S_{21} = S_{31} = \frac{ -j }{ \sqrt{2} } $$.
In der Praxis kann zum Einen die geometrische Symmetrie nicht ideal mit Mikrostreifen realisiert werden und zum Anderen ist $$ \alpha \neq 0 $$. Daher ist diese Betrachtung als eine gute NĂ€herung zu sehen.
Aufgrund der Symmetrie des Wilkinson Schaltungskonzeptes, lassen sich die restlichen Streuparameter $$ S_{12} $$ und $$ S_{13} $$ durch Gleichtaktanregung (engl. even mode) und Gegentaktanregung (engl. odd mode) ermitteln. In folgender Herleitung wird auf Grund der Schaltungssymmetrie nur eine Symmetrie-HĂ€lfte der Ersatzschaltung fĂŒr die Berechnung benötigt.
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1.3 Analyse mit Gleichtaktanregung
Bei einer Gleichtaktanregung, dargetellt in Abb. 1.3, stellt die Symmetrieachse einen Leerlauf fĂŒr alle Querelemente dar. Die Folge ist, dass die Querelemente an einer ihrer Seite offen sind und deshalb schaltunstechnisch keinen Einfluss auf die Berechnung haben. FĂŒr die Analyse wird eine Quelle am Tor 2 angeschlossen und das Tor 1 auf Masse-Potential gelegt.
Abb. 1.3: Ersatzschaltbild bei Gleichtaktanregung
Aufgrund der Aufteilung im Symmetriefall ergibt sich ein Reflexionsfaktor am Tor 1 zu:
$$ r_{e} = \frac{ Z - Z_L }{ Z + Z_L } = \frac{ 2 Z_W - \sqrt{2} Z_W }{ 2 Z_W + \sqrt{2} Z_W } = \frac{ 2 - \sqrt{2} }{ 2 + \sqrt{2} } $$ | (1.0),
wobei $$ Z $$ := Abschlussimpedanz, $$ Z_L $$ := Leitungsimpedanz bzw. Wellenwiderstand der Leitung, $$ r_e $$ := Reflexionsfaktor am Tor 1 (even mode).
Die Spannung am Tor 2 ergibt sich mi (1.0) zu:
$$ U_{2e} = U_x ( l = \frac{ \lambda }{ 4 }) = U_x ( e^{ j \frac{ \pi }{ 2 } } + r_e \cdot e^{ -j \frac{ \pi }{ 2 } } ) = j U_x (1 - r_e) $$ | (1.1)
$$ \Rightarrow U_x = \frac{ U_{2e} }{ j(1 - r_e) } = -j \frac{ U_{2e} }{ (1 - r_e) } $$ | (1.2)
Die Spannung am Tor 1 ergibt sich:
$$ U_{1e} = U_x ( l = 0 ) = U_x ( e^{ 0 } + r_e \cdot e^{ 0 } ) = U_x (1 + r_e) $$ | (1.3)
$$ \Rightarrow U_x = \frac{ U_{1e} }{ (1 + r_e) } $$ | (1.4)
Zudem ist die Amplitude der am Tor 2 auch: $$ U_{2e} = \frac{U_{G2}}{2} $$ | (1.5)
Mit Gleichungen (1.2), (1.3) und (1.5) ergibt sich:
$$ U_{1e} = -j \frac{U_{G2}}{2} \frac{ (1 + r_e) }{ (1 - r_e) } = -j \frac{U_{G2}}{2} \frac{ (1 + \frac{2 - \sqrt{2}}{2 + \sqrt{2}}) }{ (1 - \frac{2 - \sqrt{2}}{2 + \sqrt{2}}) } = -j \frac{U_{G2}}{2} \frac{ (2 + \sqrt{2})(2 + \sqrt{2} + 2 - \sqrt{2}) } {(2 + \sqrt{2})(2 + \sqrt{2} - 2 + \sqrt{2}) } = -j \frac{U_{G2}}{\sqrt{2}} $$ | (1.6)
Mit Gleichungen (1.1), (1.4) und (1.6) ergibt sich:
$$ U_{2e} = j U_{1e} \frac{ (1 - r_e) }{ (1 + r_e) } = j(-j) \frac{U_{G2}}{2} \frac{ (1 - r_e) }{ (1 + r_e) } = \frac{U_{G2}}{2} \frac{ (2 + \sqrt{2})(2 + \sqrt{2} - 2 + \sqrt{2}) } {(2 + \sqrt{2})(2 + \sqrt{2} + 2 - \sqrt{2}) } = \frac{U_{G2}}{2} $$ | (1.7)
1.4 Analyse mit Gegentaktanregung
Bei der Gegentaktanregung liegen alle Querelemente auf Masse-Potential (siehe in Abb. 4).
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Abb.1.4: Ersatzschaltbild bei Gegentaktanregung
Der Reflexionsfaktor ergibt sich nun zu:
$$ r_o = \frac{ Z - Z_L }{ Z + Z_L } = \frac{ 0 - \sqrt{2} Z_W }{ 0 + \sqrt{2} Z_W } = -1 $$ | (1.8),
wobei $$ r_o $$ := Reflexionsfaktor am Tor 1 (odd mode).
Die Amplitude am Tor 2 bleibt wie oben gleich: $$ U_{2o} = \frac{ U_{G2 } }{ 2 } $$ | (1.9)
Die Spannung am Tor 1 ergibt sich nun zu:
$$ U_{1o} = U_x (l = 0) = U_x (e^0 + r_o \cdot e^0) = U_x (e^0 + (-1) \cdot e^0) = 0 $$ | (2.0)
Damit ergeben sich die restlichen Streuparameter mit (1.6), (1.7), (1.9) und (2.0) zu:
$$ S_{12} = S_{13} = \frac{ U_{1e} + U_{1o} }{ U_{2e} + U_{2o} } = \frac{ -j \frac{U{G2}}{\sqrt{2}} + 0 }{ \frac{U_{G2}}{2} + \frac{U_{G2}}{2} } = \frac{-j}{\sqrt{2}} $$
1.5 Ergebnis der komplexen Streuparameter-Matrix
$$ \displaystyle \begin{bmatrix} b_1 \\ b_2 \\ b_3 \end{bmatrix} = \frac{-j}{\sqrt{2}} \begin{bmatrix} 0 & 1 & 1 \\ 1 & 0 & 0 \\ 1 & 0 & 0 \end{bmatrix} \cdot \begin{bmatrix} a_1 \\ a_2 \\ a_3 \end{bmatrix} $$
1.6 Zusammenfassung
Zusammenfassend lĂ€sst sich bemerken, dass es sich bei dem Wilkinson Leistungsleiler um ein passives Schaltungseement der Mikrostreifentechnik handelt. Er muss geometrisch fĂŒr eine Bertiebsfrequenz (Sinus- bzw. Kosinus- Schwingung) skaliert werden. Interessant zu klĂ€ren wĂ€re die Funktion fĂŒr ein Betriebs in RĂŒckwĂ€rtsrichtung. Dazu muss theoretisch die Streumatrix invertiert und auf die andere Seite der Gleichung gebracht werden, was aber fĂŒr dieses Ergebnis nicht möglich ist, da kein sinnvolles Ergebnis rauskommt. HierfĂŒr ist eine komplexere Beschreibung notwendig.
Der Wiki.inG-Beitrag stĂŒtzt sich auf die unten angegebenen Quellen 1 und 2.
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2. Der Rat-Race-Koppler
Abb. 2.1: Rat-Race-Koppler
Der Rat-Race-Koppler findet hĂ€ufigen Einsatz fĂŒr die Verkopplung oder Trennung von hochfrequenten Signalen.Dieser Ringkoppler wird auch als 180°-Hybrid bezeichnet. Der Koppler als Mikrostreifenstruktur besteht aus verscheiden LeitungslĂ€ngen, abhĂ€ngig von der genutzten WellenlĂ€nge. Die Leitungen zwischen den Toren 1,2,3 und 4 sind jeweils λ/4 lang und die LeitungslĂ€nge zwischen Tor 1 und 4 misst 3/4 λ.
Um eine möglichst gute Anpassung zu erreich mĂŒssen die Zuleitungen zum Koppler den gleichen Wellenwiderstand von Zwhaben und die Verbindungsleitungen den Wellenwiderstand von $$ Z_W \cdot \sqrt{2} $$.
Durch die gewĂ€hlten leitungslĂ€ngen von λ/4 âLeitungstransformatoren und einer λ/2 - Verzögerungsleitung ergeben sich verschiedene PhasenĂ€nderungen zwischen den Toren (s. Tabelle 2.1). Der Rat-Race-Koppler weiĂt im Vergleich eine gröĂere Bandbreite als der Branchline-Koppler auf.
Divider
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Als Leistungsteiler wird der Rat-Race-Koppler an einem Tor mit einem Eingangssignal gespeist und an zwei Ausgangstoren erhÀlt man die gleich aufgeteilte Leistung. Ein Tor ist komplett entkoppelt.
Abb. 2.2: Rat-Race-Koppler als Divider
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Das Verhalten des âdividersâ ist durch die Ăberlagerungen der Signale mit unterschiedlichen Phasenverschiebungen zu erklĂ€ren. Bei der Ăberlagerung zweier Wellen mit gleicher Amplitude aber einem Phasenversatz von 180° zueinander, kommt es zu einer destruktiven Ăberlagerung und somit zur Auslöschung der Signale. Findet eine Ăberlagerung zweier Wellen mit gleicher Phase zueinander statt, so kommt es zu einer konstruktiven Ăberlagerung und die Signal werden aufaddiert. In der nachfolgenden Tabelle sind fĂŒr den Fall der Leistungsteilung die zueinander verschiedenen Phasen an den Toren gegeben.
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Tor 1 |
Tor 2 |
Tor 3 |
Tor 4 |
Tor 1 |
0° |
-90° |
0° |
-270° |
Tor 2 |
-90° |
0° |
-90° |
0° |
Tor 3 |
0° |
-90° |
0° |
-90° |
Tor 4 |
-270° |
0° |
-90° |
0° |
Tabelle 2.1: VerhÀltnis der Phasen zwischen den Toren
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Es ergibt sich somit die folgende Streumatrix fĂŒr den Rat-Race-Leistungsteiler
$$ \displaystyle S = \frac{-j}{\sqrt{2}} \begin{bmatrix} 0 & 1 & 0 & -1 \\ 1 & 0 & 1 & 0 \\ 0 &1 & 0 & 1 & \\ -1 & 0 & 1 & 0 & \end{bmatrix} $$
Combiner
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Nach demselben Prinzip kann der Rat-Race-Koppler als Leitungskombinierer verwendet werden. Werden nun zwei EingÀnge mit der Leistung P/2 gespeist, so erhÀlt man an einem Ausgangsport die Addition der Signale und ein entkoppeltes Tor.
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Abb. 2.3: Rat-Race-Koppler als Combiner
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Gegentaktanregung
Eine weiter besondere Anwendung des Rat-Race-Kopplers ist im Gegentakt Betrieb zu sehen. Durch die Anregung an zwei Ports mit einer Phasenverschiebung von 180° , ergibt sich eine Summation und eine Differenzenbildung der Signale.
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Als weiteres Beispiel ist unter dem nachfolgenden Link ein Video der Wellenausbreitung in einem Rat-Race- Koppler zu sehen. Das Video zeigt die Ergebnisse eines Feldsimulationstools. Es ist die eingespeiste Leistung an einem Tor zu erkennen und die sich ausbreitenden Wellen. Ab zwei Ausgangstoren sieht man eine geringere Amplitude als das Eingangssignal. Wie bereits vorgestellt bleit ein Tor entkoppelt.
http://zomobo.net/play.php?id=Po6AgPr2aRY(20.06.12; 08:27)
Animation Video Rat-Race-Leistungsteiler.
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3. Der Hybridkoppler (Branchline coupler)
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Bei dem Hybridkoppler handelt es sich um einen schmalbandigen Leistungsteiler bzw. Leistungskombinierer. Der symmetrische Aufbau besteht, wie in Abbildung 1 zu sehen ist, aus 4 Ein-/AusgĂ€ngen und 4 λ/4-Transformatoren. Die Schmalbandigkeit resultiert aus der verwendeten Geometrie, die auf λ/4-Transformatoren aufbaut und somit auf eine feste WellenlĂ€nge λ ausgelegt ist. Damit der Hybridkoppler breitbandiger wird, können zwei Koppler kaskadiert werden. Wie kann der Koppler fĂŒr breitbandige Anwendungen reaisiert werde?
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Divider
Der Hybridkoppler kann als Leistungsteiler realisiert werden. HierfĂŒr wird am Port 1 ein Signal eingespeist und die Leistung teilt sich zu gleichen Teilen (je -3dB, daher 3-dB-Hybrid) an Port 2 und 3 mit einer Phasendifferenz von 90° auf. Port 4 ist in diesem Zustand entkoppelt.
Das LeistungsverhÀltnis zwischen Port 2 und 3 kann aber mithilfe der Dimensionierung des Leitungswellenwiderstands der Leitungen a und b variiert werden, z.B. 10dB-Hybrid. Um einen Hybriden zu dimensionieren können folgende ZusammenhÀnge ausgenutzt werden:
$$ Z_{0,a} = Z_0 \cdot \sqrt{\frac{\frac{P_{Port1}}{P_{Port2}}}{1+\frac{P_{Port1}}{P_{Port1}}}} $$ (3.0)
$$ Z_{0,b} = Z_0 \cdot \sqrt{\frac{P_{Port1}}{P_{Port2}}} $$ (3.1)
Im Internet lassen sich auch mehrere Seiten finden, auf denen man sich diese Werte berechnen lassen kann, z.B. http://www.microwaves101.com/ .
Combiner
Der Hybridkoppler kann auch als Leistungskombinierer benutzt werden. Hierzu mĂŒssen zum Beispiel die an Port 2 und 3 eingekoppelten Signale um 90° phasenverschoben sein. So kann das resultierende Signal an Port 1 abgegriffen werden. Port 4 ist in diesem Zustand entkoppelt.
Streuparameter
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Mathematisch werden die Streuparameter eines idealen Hybridkopplers mittels folgender Formel beschrieben:
$$ S= \frac{1}{\sqrt{2}}
\begin{bmatrix}
0 & -j & -1 & 0\\
-j & 0 & 0 & -1\\
-1 & 0 & 0 & -j\\
0 & -1 & -j & 0\\
\end{bmatrix}$$
Anwendungen
In der Praxis werden Hybridkoppler zur Aufteilung eines Signals in mehrere Signalpfade benutzt. Diese einzelnen Signale werden danach einzeln bearbeitet, z.B. verstÀrkt im Sendefall oder im Empfangsfall gemessen.
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4. Leitungskoppler
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Eine einfache und doch vielfĂ€ltige Realisierung eines Leistungsteilers findet sich im doppeltsymmetrischen Leitungskoppler (Abb. 4.1). Dieses Viertor besteht aus zwei einander angenĂ€herten Leitungen mit der elektrischen LĂ€nge ÎČl, zwischen denen eine kapazitive Kopplung entsteht. Der Grad dieser Kopplung lĂ€sst sich ĂŒber den Abstand der Leitungen einstellen.Â
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Abbildung 4.1: Leitungskoppler
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Unter der Annahme eines homogenen TEM-Systems mit idealen, verlustlosen Leitern ist die Phasenkonstante ÎČ der Eigenwellen beider Leiter gleich. Daher lĂ€sst sich die Beschreibung ĂŒber Gleich- und Gegentaktanregung fortfĂŒhren.
Gleich- und Gegentaktanregung
Eine Gleichtaktanregung (+) wird durch das gleichzeitige Anlegen eines amplituden- und phasengleichen Signals an den Toren 1 und 4 erreicht. Die einlaufende Welle $$ a_1 $$ im Koppelbereich lÀsst sich also wie folgt aufteilen:
$$ a_1^+ = \frac{1}{2}Â a_1 , a_4^+ = \frac{1}{2}Â a_1 $$
Die Gegentaktanregung (-) wird erzielt, indem die Signale um 180° phasenverschoben eingefĂŒgt werden, sodass sich das Signal im Koppelbereich zu null aufhebt.
$$ a_1^- = \frac{1}{2} a_1 , a_4^- = - \frac{1}{2} a_1 $$
Bedingungen hierbei ist, dass sich bei linearer Superposition eine Anregung nur an Tor 1 einstellt:
$$ a_1 = a_1^+ + a_1^- $$
und sich die Einkopplung an den anderen Toren identisch zu null ergibt:
$$ a_2 = a_3 = a_4 = 0 . $$
Hiermit ist es bereits möglich, die Streumatrix des Leitungskopplers zu berechnen.
Direkt ersichtlich sind die durch $$ a_1^+ $$ und $$ a_1^- $$ erzeugten Wellen an Tor 1 und 2:
$$ b_1 = b_1^+ + b_1^- = S_{11}^+ \cdot a_1^+ + S_{11}^- \cdot a_1^- = \frac{1}{2} \cdot ( S_{11}^+ + S_{11}^- ) \cdot a_1 $$
$$ b_2 = b_2^+ + b_2^- = S_{21}^+ \cdot a_1^+ + S_{11}^- \cdot a_1^- = \frac{1}{2} \cdot ( S_{21}^+ + S_{21}^- ) \cdot a_1 $$
Aufgrund der Symmetrie lĂ€sst sich dieser Zusammenhang auch durch $$ a_4^+ $$ und $$ a_4^- $$ fĂŒr die Tore 3 und 4 herstellen:
$$ b_3 = b_3^+ + b_3^- = S_{21}^+ \cdot a_4^+ + S_{11}^- \cdot a_4^- = \frac{1}{2} \cdot ( S_{21}^+ - S_{21}^- ) \cdot a_1 $$
$$ b_4 = b_4^+ + b_4^- = S_{11}^+ \cdot a_4^+ + S_{11}^- \cdot a_4^- = \frac{1}{2} \cdot ( S_{11}^+ - S_{11}^- ) \cdot a_1 $$
Durch Abgleich mit der Streumatrix $$ [b] = [S] \cdot [a] $$ erhÀlt man die Streuparameter:
$$ S_{11} =Â \frac{1}{2} \cdot ( S_{11}^+ + S_{11}^- ) , $$
$$ S_{21} =Â \frac{1}{2} \cdot ( S_{21}^+ + S_{21}^- ) , $$
$$ S_{31} =Â \frac{1}{2} \cdot ( S_{21}^+ - S_{21}^- ) , $$
$$ S_{41} =Â \frac{1}{2} \cdot ( S_{11}^+ - S_{11}^- ) . $$
Mithilfe von ReziprozitÀt und Symmetrie sind nun auch alle weiteren Streuparameter bekannt:
$$ S_{11} =Â S_{22} =S_{33} =Â S_{44} , $$
$$ S_{21} =Â S_{12} =Â S_{34} =Â S_{43} , $$
$$ S_{31} =Â S_{13} =Â S_{42} =Â S_{24} , $$
$$ S_{41} =Â S_{14} =Â S_{32} =Â S_{23} . $$
Kettenmatrix
Durch EinfĂŒhrung der WellenwiderstĂ€nde $$ Z_e $$ und $$ Z_d $$ fĂŒr Gleich- bzw. Gegentaktanregung können die Streuparameter mithilfe der Kettenmatrizen fĂŒr verlustlose Leitungen beschrieben werden:
$$ \begin{bmatrix} A^+ & B^+ \\ C^+ & D^+ \end{bmatrix} = \begin{bmatrix} cos \beta l & j \frac{Z_e}{Z_0} sin \beta l \\ j \frac{Z_0}{Z_e} sin \beta l & cos \beta l \end{bmatrix} $$
$$ \begin{bmatrix} A^- & B^- \\ C^- & D^- \end{bmatrix} = \begin{bmatrix} cos \beta l & j \frac{Z_d}{Z_0} sin \beta l \\ j \frac{Z_0}{Z_d} sin \beta l & cos \beta l \end{bmatrix} $$
Durch die Korrenspondenz zwischen Ketten- und Streumatrix lassen sich nun die einzelnen Streuparameter berechnen:
$$ S_{11} = \frac{A+B-C-D}{A+B+C+D}, $$
$$ S_{12} = \frac{2 \cdot (AD-BC)}{A+B+C+D}, $$
$$ S_{21} = \frac{2}{A+B+C+D}, $$
$$ S_{22} = \frac{-A+B-C+D}{A+B+C+D}, $$
Beispielhaft wird das Ergebniss fĂŒr $$ S_{11}^+ $$ angegeben werden:
$$ S_{11}^+ = \frac{ j ( \frac{Z_e}{Z_0} - \frac{Z_0}{Z_e} ) sin \beta l }{ 2 cos \beta l + j ( \frac{Z_e}{Z_0} - \frac{Z_0}{Z_e} ) sin \beta l } $$
Ergebnis
Es zeigt sich, dass die Eingangsreflexion $$ S_{11} $$ sowie die Transmission zu Tor 3 $$ S_{31} $$ identisch null werden, wenn man $$ \frac{Z_e \cdot Z_d}{Z_0^2} = 1 $$ wÀhlt.
Weiter lĂ€sst sich zwischen $$ S_{21} $$ und $$ S_{41} $$ eine frequenzunabhĂ€ngige Phasenverschiebung von 90° erkennen, welche auf die UnitaritĂ€t fĂŒr verlustlose und passive Vierpole bei doppelter Symmetrie zurĂŒckzufĂŒhren ist.
AnwendungÂ
Eine Anwendung des Leitungskopplers ist die Bestimmung von Messobjekten (MO) anhand ihrer Streuparameter. SchlieĂt man ein MO an Tor 2 an und speist ein Signal ĂŒber Tor 1 ein, so lassen sich die einfallende Welle an Tor 4, die reflektierte Welle an Tor 3 messen. Dieses Prinzip wird gerne in Netzwerk- oder Spektrumanalysatoren angewandt.
Desweiteren kann der Leitungskoppler als Teil eines Mischers verwendet werden, indem ein RF Signal an Tor 1 und eine Pumpfrequenz an Tor 3 eingespeist und gemeinsam an Tor 4 abgegriffen werden können.
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Literaturhinweise
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1. Halbleiterschaltungstechnk| Buch in 13. Auflage | U. Tietze
2. Hochfrequenztechnik | Script 2009 | T. Zwick
3. Höchstfrequenztechnik: Grundlagen, Schaltungstechnik, Messtechnik, Planare Antenne; G. Gronau; Springer DE, 2001
4. Hochfrequenztechnik: Hochfrequenzfilter, Leitungen, Antennen; O.Zinke, H. Brunswig; Springer DE, 2000
5. Hochfrequenztechnik: Bauelemente, Schaltungen, Anwendungen; Edgar Voges; HĂŒttig 2004
6. Internetquellen: http://www.microwaves101.com/ (06.08.2012)
7. Grundlagen der Hochfrequenz-Messtechnik, B. Schiek, Springer 1999
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