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🌜 KlĂ€mpchen: Zeche Radbod (ein NachtstĂŒck)

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Zeche Radbod (ein NachtstĂŒck)

von Heinrich KlÀmpchen

DrĂ€uend, ein UngetĂŒm,
reckt der Schachtturm seine Eisenstirn
zum Nachthimmel..
Um ihn, von ihm
glimmt`s wie Totenlicht,
wie Phosphorgefunkel,
wie Dunst der Verwesung.
Ein Beinhaus – riesig, ungeheuer –
(Sarkophag und Mausoleum)
liegt der Schacht da,
und die Nacht hockt darauf.

Sie, die Nacht,
wittert den Leichenduft,
der daraus emporsteigt,
feucht, nebelhaft,
wie die HyÀne den Grabesodem,
und schlĂŒrft ihn mit Wolllust.
Radbod und Nacht!
Grauen zu Grauen,
sie gatten sich.

Und die FĂ€ule im Erdbauch,
als Genossin sich zugesellend,
speit ihren Gifthauch
aus Kluft und Spalt –
Odeur fĂŒr Gespenster.
Aber das ist es nicht,
was die Nacht birgt
mit ihrem Mantel,
dem dichten.

Sie, die da unten liegen,
unter TrĂŒmmern und Schutt,
die Toten von Radbod,
sind doch nicht tot!
Wenn der Tag schlÀft,
wenn die Nacht brĂŒtet,
bei Schweigen und Öde
werden die Stimmen der Tiefe wach,
leben die Toten.

Sie winseln und wimmern nicht,
sie klagen und jammern nicht,
sie heischen Gericht,
sie fordern SĂŒhne.
Und immer neu,
und immer wieder,
solange ihr sÀumet,
wird aus der Tiefe
die Mahnung kommen:
Gebt Recht den Toten!

So ruft es heute,
so wird es immer
in Zukunft rufen,
wenn auf dem Schachte,
dem gottverfluchten,
dem »Mörder« Radbod,
die Nacht sich lagert,
die graue Riesin:
Gebt Recht den Toten!

Aufgabe: 

Welchen Eindruck hatte das Gedicht auf euch? Welche Stimmung wurde damit erzeugt?

Besprecht eure Gedanken und GefĂŒhle und schneidet dies mit einer Audiomemo mit. Ladet diese anschließend hier hoch.  

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