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Den mittelalterlichen Geschichtsschreiber*innen standen auf der einen Seite nicht allein valide Informationen für ihre Werke zur Verfügung, auf der anderen Seite verfolgten sie zwar laut eigenen Aussagen durchgehend den Anspruch, allein Wahres zu berichten, was sie aber nicht davon abhielt, Berichtetes entsprechend den eigenen, oft höchst unterschiedlichen Intentionen zu bearbeiten. Dabei gelangten immer wieder auch Episoden in historiographische Texte, die ganz offensichtlich der genuinen Darstellungsabsicht des Autors/der Autorin nicht zugeschrieben werden können, vielmehr als Gerüchte, lustige Bonmots, Klatsch oder auch in vielerlei andere Weise charakterisiert werden können. In welcher Form sich derartige Versatzstücke in historiographischen Texten des früheren Mittelalters finden und welche Funktion sie in den Werken eigenommen haben, soll im Seminar näher betrachtet werden, um damit zu einem vertieften Verständnis von Anlage und Abfassungsabsichten von Geschichtsschreibung im Mittelalter zu gelangen.

Semester: WT 2026/27
Iscrizione spontanea (Teilnehmer/in)
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