Einschreibeoptionen

Es mag die Vorstellung vorherrschen, dass die Menschen des Mittelalters äußerst ortsgebunden waren, der Bauer etwa sein heimatliches Dorf sein gesamtes Leben über nicht verließ bzw., da er in Abhängigkeit zu Landbesitzern stand, nicht verlassen durfte. Tatsächlich aber waren die Menschen des Mittelalters aus den verschiedensten, positiven wie negativen, Gründen freiwillig oder gezwungenermaßen äußerst mobil. Kriege, Wetterphänomene oder Seuchen führten zu gewaltiger Mobilität, aber auch Ausbildung, Studium, Diplomatie, politischer Austausch etc. verlangte von Einzelpersonen die Überwindung großer Entfernungen, ebenso gelebte Frömmigkeit in Form etwa von Wallfahrten, Prozessionen, Translationen und schließlich der aufkommenden Kreuzzüge. Warum und auf welche Weise sich Menschen des Mittelalters dazu entschlossen oder entschließen mussten, ihre angestammten Orte zu verlassen und auf welche Art und Weise sie sich von einem Ort zum anderen bewegten, wollen wir anhand ganz unterschiedlicher Beispiele im Hauptseminar betrachten. Hinzu kommt eine weitere Komponente des Begriffs ‚Mobilität‘, über vertikale Mobilität wird auch der gesellschaftliche Auf- oder Abstieg bezeichnet, der sich im Mittelalter gleichermaßen in ganz unterschiedlichen Formen abgebildet findet.

Semester: WiSe 2026/27
Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)
Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)