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Die Figur der Hexe erlebt seit einigen Jahren einen medialen Boom: Ob als gewitzte Identifikationsfigur in Teen-Serien, als monströses Subjekt im Horrorfilm oder als Ikone des digitalen Aktivismus auf TikTok. Doch hinter dieser populärkulturellen Renaissance steht eine gewaltvolle Geschichte der Stigmatisierung und Disziplinierung. Dieses Seminar untersucht die Hexe als eine zutiefst ambivalente Figur, die zwischen historischen und gegenwärtigen Femiziden und feministischer und kapitalistischer (Wieder-)Aneignung oszilliert.
Inhaltshinweis: Im Seminar betrachten wir die historische und aktuelle Figur der Hexe. Während sie heute oft positiv oder emanzipatorisch angeeignet wird, liegen ihre Ursprünge in der Verfolgung von Menschen, überwiegend Frauen sowie nichtbinären und Transpersonen. Im Seminar werden daher wiederholt Themen wie Gewalt und systematische Ausgrenzung behandelt. Einige Filme und Serien reproduzieren zudem misogyne, altersdiskriminierende, ableistische und rassistische Darstellungen von FLINTA* als Hexen. Gewalt wird dabei teilweise gezeigt oder im Zusammenhang mit Hexenprozessen thematisiert.
In einem ersten theoretischen und historischen Block beschäftigen wir uns im Seminar mit der Hexe als einer ambivalenten kulturellen Konstruktion, deren Genese eng mit der Disziplinierung des weiblichen* Körpers und der Etablierung patriarchaler Machtstrukturen verknüpft ist.
In einem zweiten Block weiten wir unseren Blick über die europäische Geschichte hinaus auf postkoloniale Kontexte und globale Krisen der Gegenwart.
Im dritten Block liegt der Fokus auf medialen Repräsentationen (zwischen Gore und Glamour) und feministischen Wiederaneignungen in audiovisuellen Formaten und Social Media.
Ziel des Seminars ist es, die Hexe als mediale, soziale, gesellschaftliche, politische und kulturelle Figur zu verstehen, die herrschende Normen von Geschlecht, Körper und Abweichung sowohl verfestigen als auch subversiv unterlaufen kann.

Semester: WT 2026/27
Iscrizione spontanea (Teilnehmer/in)
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