
Wurde noch vor knapp zehn Jahren mit Laverne Cox auf der Titelseite des Time Magazine ein „Transgender Tipping Point“ ausgerufen, befinden wir uns heute inmitten politischer, rechtlicher und diskursiver Angriffe auf transgeschlechtliches Leben. Vor diesem Hintergrund untersuchen wir die Verflechtungen von Geschlecht, Sichtbarkeit, und Macht. Dazu führen wir in das interdisziplinäre Forschungsfeld der Trans Studies an der Schnittstelle zur Medienwissenschaft ein und legen dabei einen besonderen Fokus auf intersektionale Verschränkungen mit race, Sexualität, Klasse und Kolonialität. Neben der Rolle von Transgeschlechtlichkeiten und Trans Personen in der Mediengeschichte, vom frühen Film über das Internet bis hin zu zeitgenössischen digitalen Kulturen, beschäftigen wir uns mit Medientheorien und -politiken der Sichtbarkeit, des Begehrens, des Körpers und der Technologie. Dabei verstehen wir Trans nicht als Identitätskategorie allein, sondern auch als kritische Perspektive auf geschlechtliche Normen und als Praxis des Widerstands gegen geschlechtliche Konformität. Wir setzen uns mit Trans Kulturen und politischen Bewegungen auseinander und diskutieren ihre Bezüge zu Befreiung, Dekolonisierung und abolitionistischen Ansätzen. Zu den Kursmaterialien gehören Texte aus den Trans Studies, Queer Studies, der Queer of Color Critique und den Disability Studies sowie Arbeiten von Künstler*innen, Schriftsteller*innen und Aktivist*innen in Form von Filmen, Lyrik und Essays. Die Prüfungsleistung umfasst die Moderation einer Diskussion zu einem Lektüretext sowie die Anfertigung einer Hausarbeit oder einer praxisorientierten Arbeit. Wir lesen sowohl deutsch- als auch englischsprachige Texte.
- Kursleiter/in: Michelle Pfeifer