Kommunen (Städte, Gemeinden, Landkreise) sind wichtige Akteure der Durchführung, aber auch Entwicklung von Sozialpolitik. Im Zusammenspiel mit ihren nicht-öffentlichen (freigemeinnützigen, privat-gewerblichen) sowie weiteren öffentlichen Partnerakteuren gestalten sie Sozialpolitik „vor Ort“ und tragen in den unterschiedlichen sozialpolitischen Teilfeldern zu sozialer Innovation bei. Zugleich stehen Kommunen bei der Durchführung sozialpolitischer Aufgaben vor mannigfaltigen Herausforderungen. Insbesondere die sozio-demographischen und ökonomischen Rahmenbedingungen vor Ort und die finanziellen Ausgangsbedingungen kommunalen Handelns stellen wichtige Einflussfaktoren von Sozialpolitik auf dieser Ebene dar. Das Seminar gibt einen fundierten Einblick in die institutionellen Rahmenbedingungen (Daseinsvorsorgeverantwortung; Einbettung in den Sozialstaat) kommunalen sozialpolitischen Handelns und in die rechtlichen Ausgangsbedingungen in kommunal-sozialpolitischen Tätigkeitsfeldern (das Spektrum reicht von der Kinder- und Jugendhilfe über die Armuts-, Beschäftigungs- und Integrationspolitik bis hin zur Gesundheits-, Pflege- und Seniorenpolitik). Die Studierenden lernen wesentliche Akteure kommunaler Sozialpolitik in ausgewählten Handlungsfeldern sowie typische Governance-Konstellationen und -Formen kennen. Das Seminar vermittelt zudem Einblick in ausgewählte Ansätze u.a. der Governance-Forschung und der Politikfeldanalyse, die die Studierenden als theoretisches „Rüstzeug“ zur eigenständigen Analyse kommunaler Sozialpolitik nutzen können. Im Mittelpunkt steht dabei die übergreifende Frage nach den sozialpolitischen Gestaltungsspielräumen und -grenzen sowie den empirisch beobachtbaren Varianzen der Sozialpolitik vor Ort. Texte in deutscher und englischer Sprache zu den Schwerpunkten der einzelnen Sitzungen werden über Moodle bereitgestellt und müssen für die jeweilige Sitzung vorbereitet werden.

Semester: WT 2026/27