Die Vorlesung beschäftigt sich mit Theorie als Prozess und Praxis – also mit dem Theoretisieren. Damit sind sozial- und kulturwissenschaftliche Theorien keine starren Denkgerüste oft toter, oft weißer und oft männlicher Wissenschaftler. Vielmehr werden sie als praktische und kollektive Werkzeuge des Denkens, der Beobachtung, der Analyse, der Reflexion, des Austausches und des Schreibens betrachtet. Die Vorlesung legt den Studierenden diese Werkzeuge des Theoretisierens nahe. Dabei setzen wir uns damit auseinander, wie kultur- und sozialwissenschaftliches Theoretisieren sich von anderen systematisch entwickelten Denkweisen, wie z. B. der Religion, unterscheidet. Die Vorlesung behandelt die Frage, in welchem Verhältnis Theoretisieren zur Empirie steht. Wie theoretisiert man aus mehreren Perspektiven und wie kann man sie vergleichen? Wer kann theoretisieren, wozu dient das Theoretisieren und was soll dabei herauskommen? Was ist gutes und schlechtes Theoretisieren? Wozu braucht man in einer Zeit mit KI überhaupt das Theoretisieren? Ansätze post- und dekolonialer sowie feministischer und praxisorientierter Strömungen der Kultur- und Sozialwissenschaft, die das Konzept des Theoretisierens maßgeblich geprägt haben, stehen dabei im Fokus. Da Theoretisieren wie Sport ist und es lange dauert, um es souverän zu meistern, dient die Vorlesung als eine Einführung, durch die Studierende sich mit der Arbeit mit und an Theorien anfreunden und Einblicke sowie Techniken erwerben, die im weiteren Studium verfeinert und sich zueigen gemacht werden müssen.
Die erste Sitzung findet am 22. Oktober statt.



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Klausur

Semester: WiSe 2026/27