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Das Konzept der »Imperialen Gewalt« verweist auf die historische und systematische Verschränktheit von Herrschaft, Ausbeutung, militärisch gestützter Raumnahme und staatlicher beziehungsweise überstaatlicher Durchsetzung von politischen wie ökonomischen Interessen in internationalen Kontexten unter dezidiert asymmetrischen Machtverhältnissen. Es beschreibt, wie Imperien von den antiken Weltreichen über den europäischen Kolonialismus bis hin zu modernen, informellen Hegemonialstrukturen Gewalt als Mittel der Expansion, der Integration und der Aufrechterhaltung von Ordnung eingesetzt haben und weiterhin einsetzen. Im Seminar soll dem Phänomen der »Imperialen Gewalt« mit Blick auf ihre Geschichte insbesondere seit dem 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der affirmativen wie kritischen Theoretisierung des Konzepts nachgespürt werden. Aber auch gegenwärtige Tendenzen politischer Praxis, die unsere Gegenwart bestimmen und die unter die Kategorie des »(Neo)Imperialismus« oder als Ausdruck einer »Neuen Geopolitik« gelesen werden sind zu untersuchen. Dabei ist nicht zuletzt danach zu fragen, ob das Konzept des »Imperialismus« beziehungsweise der »Imperialen Gewalt« geeignet ist, diese Politiken hinreichend zu erklären. |
- Kursleiter/in: Medardus Brehl