Die Vorlesung beginnt mit drei Klassikern der neuzeitlichen Philosophie (Descartes, Hume und Kant). Sie liegt methodisch vorwiegend in der Philosophie des Geistes, wird aber im letzten dritten Teil dann auch zu Fragen der Zuschreibung von Verantwortung sowie zu Fragen der konstitutiven Bedingungen von persönlicher und politischer Freiheit übergehen, wobei Bezüge zum politischen Wandel in der Gegenwart hergestellt werden.

Grundstruktur ist der Vorlesung ist so angelegt, dass zunächst Grundfragen zum Verständnis des Ich aus der Perspektive der Philosophie des Geistes diskutiert werden, wobei folgende Themen in den Blick genommen werden:

Im ersten Teil geht es um Grundfragen der theoretischen Philosophie in Neuzeit und in der gegenwärtigen Debatte:

  1. Descartes und Hume zum Ich
  2. Kants Transzendentale Theorie des Selbstbewusstseins
  3. Selbstbewusstsein in einem naturalistischen Rahmen: Die Natur des Ich
  4. Die ontogenetische Entwicklung des Selbstbewusstseins und seine neuronalen Grundlagen
  5. Gegenwärtige Theorien des Ich im Überblick

Im zweiten Teil geht dann um das Grundverständnis des Ich in Bezug auf Verständnis von Selbstverstehen und Fremdverstehen sowie in Bezug auf das Problem der Willensfreiheit:

  1. Das Ich im Kontext von Selbstverstehen und Fremdverstehen: Das Ich im Rahmen der Personenmodelltheorie
  2. Ich als Urheber meiner Handlungen: Grundlagen des Gefühls der Urheberschaft eigener Handlungen, des Fassens eigener Gedanken sowie Störungsfälle
  3. Das Problem der Willensfreiheit für ein Individuum: Wie frei sind wir?
  4. Selbsttäuschungen: Welche Rolle spielen Selbsttäuschungen im Alltag?

Im dritten Teil werden dann die Fragen der Zuschreibung von Verantwortung sowie die Bedingungen politischer Freiheit diskutiert:

(10) Was sind die wesentlichen Bedingungen für moralische Verantwortung? Wie schreiben wir tatsächlich Lob und Tadel zu?

(11)Individuelle Freiheit und politische Freiheit: Was sind die wesentlichen Bedingungen

politischer Freiheit?

Dies ist als vorläufige Themenübersicht zu verstehen, wobei einzelne Themen sich über mehrere Vorlesungstermine erstrecken können. Der genaue Ablauf wird in der Veranstaltung bekannt gegeben.

Voraussetzungen: Diese Vorlesung ist nicht für Studierende im ersten Studienjahr geeignet. Es wird vorausgesetzt, dass die TeilnehmerInnen fortgeschrittene Studierende im BA oder auch Masterstudierende (auch Master of Education) sind, die zudem die folgenden beiden Kapitel vor Beginn der Vorlesung gelesen haben:

Newen: Philosophie des Geistes. Eine Einführung, München 2013, Kap. 1 und 2 (S. 9-40).

Als eine weitere Hintergrundlektüre sei empfohlen:

Newen, A. (2011). Ich. in: In: Neues Handbuch Philosophischer Grundbegriffe Bd. 2, hrsg. v. P.

Kolmer und A. Wildfeuer, München, 1176-1186. (wird in Moodle bereitgestellt).

Semester: ST 2026
Organisationseinheit: Fakultät für Philosophie und Erziehungswissenschaft