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Kausalität bezeichnet ein Verhältnis zwischen mindestens zwei Entitäten, deren Eigenschaften oder Zustände sich über einen bestimmten Zeitraum aufgrund ihrer Interaktion verändern. Die einfachste Form der Kausalität ist die zwischen einer Ursache und ihrer Wirkung: Jemand drückt auf einen Lichtschalter (Ursache), und das Licht im Raum geht an (Wirkung). Philosophische Theorien der Kausalität beschäftigen sich damit, wie wir über das Verhältnis solcher Ursachen und Wirkungen denken sollten, und was für praktische Implikationen dieses Denken auf verschiedene Teile unseres Lebens haben kann – beispielsweise in den Wissenschaften (Erkenntnistheorie), oder vor Gericht (Ethik). Philosophische Überlegungen zu dem Thema sind so alt wie die Philosophie selber – schon vor Platon und Sokrates stritten griechische Philosophen darum, ob Gegenstände einander überhaupt kausal beeinflussen konnten, oder die ganze Welt nicht doch statisch ist, und Kausalzusammenhänge nur eine Illusion des Geistes darstellen. In diesem Seminar lernen wir exemplarisch einige Theorien der Kausalität aus der Antike, dem Mittelalter, und der Neuzeit kennen. Beispiele der Theorien, die wir im Seminar behandeln werden, sind Aristoteles’ Lehre der Vier Ursachen, Descartes’ Mechanismus, Hume’s Idee der notwendigen Verknüpfung, sowie moderne Erweiterungen einige dieser Theorien, bspw. von Woodward (2003) und Anjum & Mumford (2018). Für englische Originaltexte werden jeweils deutschsprachige Zusammenfassungen angeboten. Für den Teilnahmenachweis ist eine aktive Teilnahme am Seminar sowie eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen von min. 3 der Sitzungen im Moodle-Forum erforderlich. CP können erlangt werden durch eine mündliche Prüfung oder eine Hausarbeit. Literaturhinweis Aristoteles: Metaphysik Bacon (1620): Novum Organum Descartes (1641 / 1870): Meditationen über die Erste Philosophie Hume (1739 / 1984): Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand Russell (1912): On the notion of cause, Proceedings of the Aristotelian Society, 13: 1–26. Woodward (2003): Making Things Happen Hüttemann (2018): Ursachen Anjum & Mumford (2018): Dispositionalism, a Dynamic Theory of Causation Sprechstunde Freitags, 10:30 – 12:00 |
- Kursleiter/in: Alexander Michael Hölken