Eine Erlebniswelt, in der politische Botschaften und jugendnahe Angebote verschmelzen, ist eine treibende Kraft in Radikalisierungsprozessen. Der Containerbegriff und das analytische Konzept „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ stehen für Reize und Attraktivitätsmomente dieser Szene, sie bündeln Motive der Annäherung. „Rechts“ zu sein verspricht Action und Tabubruch, Stärke und Bedeutung – in Aussicht stehen Zugehörigkeit, Anerkennung, Identität, Beziehung und Selbstwirksamkeit.
Über die Annäherungsmotive hinaus verbindet der Begriff Erlebniswelt Fragen nach Form und Inhalt des Rechtsextremismus. Seine Erlebniswelt ist abhängig von der Nähe zu jugendlichen Lebenswelten, niedrigschwelligen Zugängen und modernen Appeals. Heute ist das Bild vielgestaltig – Rechtsextremismus wirkt zeitgemäß und unangepasst, mitunter kreativ, engagiert, dynamisch oder intellektuell. Wichtige aktuelle Aspekte sind unter anderem Social Media, Kampfsport („Active Clubs“), Rap, Gaming und der Einsatz Künstlicher Intelligenz.
Die Veranstaltung nimmt ausgewählte Facetten der Erlebniswelt Rechtsextremismus in den Blick. Im Rahmen des Seminars sind eine Exkursion zur Wewelsburg (bei Paderborn), einem neuralgischen Ort der Erlebniswelt, und das Gespräch mit einem Aussteiger aus dem Rechtsextremismus geplant.
- Kursleiter/in: Thomas Pfeiffer