In diesem Seminar befassen wir uns mit der Frage, wie wir definieren können, „wer“ eine Person ist: Die „praktischen Identität“ einer Person bezeichnet deren spezifische Ich-Perspektive und ihr normatives Selbstverständnis – wie aber können diese Aspekte personaler Identität charakterisiert werden? Welche Merkmale (Charaktereigenschaften, Motivationen, Werte, geistige und körperliche Fähigkeiten und Veranlagungen, emotionale Bindungen, Verpflichtungen, Erinnerungen usw.) machen eine Person zu der besonderen Person, die sie ist? Und wann könnte eine signifikante Veränderung dieser Merkmale das Urteil rechtfertigen, dass sie eine andere oder nicht mehr dieselbe Person ist?

Fragen der Charakterisierung und der praktischen Identität bergen eine Reihe interessanter und schwieriger philosophischer Anliegen. Wir werden uns mit den verkörperten Dimensionen der Ich-Perspektive, der Art der reflexiven Handlung, die an der Selbstkonstitution der eigenen praktischen Identität beteiligt ist und dem Verhältnis zwischen praktischer Identität und Normativität befassen. Ein zentrales Thema ist hierbei die Rolle, die das narrative Selbstverständnis für die Selbstkonstitution, das Handeln und praktische Deliberation spielt. Narrative Ansätze der Identität betonen, dass eine Person zu sein bedeutet, erzählerische Fähigkeiten zur Selbstinterpretation auszuüben, die unser Leben über die Zeit hinweg vereinheitlichen.

Semester: WT 2025/26