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Was schulden Menschen einander nach Unrecht, Gewalt oder Verrat? Wie lassen sich Beziehungen und moralische Gemeinschaften nach einem Bruch wieder aufbauen? Wenn man solche Fragen stellt, kommt einem das Zauberwort Verzeihen in den Sinn. Hannah Arendts hat dem Verzeihen in ihrem Denktagebuch jedoch eine vernichtende Diagnose gestellt: „Verzeihen, oder was gewöhnlich so genannt wird, ist in Wahrheit nur ein Scheinvorgang, in dem der eine sich überlegen gebärdet, wie der Andere etwas verlangt, was Menschen einander weder geben noch abnehmen können. Der Scheinvorgang besteht darin, dass dem einen scheinbar die Last von den Schultern genommen wird durch einen anderen, der sich als unbelastet darstellt.“ Es ist jedoch alles andere als klar, was überhaupt unter Verzeihen zu verstehen ist, was es voraussetzt, ob es funktionieren kann und welches Ziel damit verfolgt wird. Geht es um die Beendigung von Zorn und Groll? Die Entlastung des Schuldigen? Die Wiederherstellung sozialer Beziehungen? Ist der Begriff ein Sammelbegriff für ganz unterschiedliche Reaktionen auf enttäuschendes Verhalten anderer? Oder ist letztlich für die moralische Reparatur verletzter Beziehungen etwas ganz anderes erforderlich? Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, die Texte wöchentlich gründlich durchzuarbeiten und Fragen vor der Sitzung schriftlich auf Moodle zu beantworten. Dafür werden 3 CP vergeben, ein weiteres CP wird durch ein Protokoll erworben.

Semester: WT 2025/26
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