040013 Vorlesung: Die osmanische Herrschaft in Syrien,
Do 12:00h - 14:00h, HGA 20

Die Vorlesung beschäftigt sich mit der Geschichte der osmanischen Herrschaft über einen Raum, der sich geographisch von der Küste des Mittelmeeres im Westen, dem Taurusgebirge im Norden und der syrischen Wüste im Süden und Osten erstreckte. An der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert stand dieses Gebiet unter der Herrschaft der ägyptischen Mameluken, die 1517 die entscheidende Schlacht gegen die osmanischen Truppen verloren. Mit dieser Niederlage fiel Syrien an das Osmanische Reich, wo es bis zum Ende des Ersten Weltkriegs verbleiben sollte. In der Vorlesung soll vor allem ein Überblick über die politischen Entwicklungen in Syrien vermittelt werden, wobei die Geschichte nicht aus der Perspektive der osmanischen Hauptstadt erzählt werden soll. Vielmehr stehen die lokalen Akteure (Soldaten, Verwaltungsangehörige, Händler etc.) im Vordergrund, die maßgeblich die Herrschaft der osmanischen Dynastie über diese Region prägten. Gerade ab dem 17. Jahrhundert waren es Notabeln vor Ort (vielfach aus Damaskus oder Aleppo), die zunehmend die Geschicke in diesem Teil des Osmanischen Reiches beeinflussten. Neben den politischen Veränderungen werden auch soziale und wirtschaftliche Dynamiken behandelt, wozu beispielsweise der Handel und die Pilgerkarawanen nach Mekka und Medina gehören. Die Vorlesung endet im 19. Jahrhundert, als mit der osmanischen Reformpolitik (Tanzimat) grundlegende Veränderungen in vielen Bereichen der Gesellschaft zu beobachten waren.

Einführende Literatur:

Karl Barbir, Ottoman Rule in Damascus, 1708-1758. Princeton 1980.

Klaus Kreiser, Der osmanische Staat, 1300-1922. Oldenbourg 2001.

Peter Sluglett (Ed.), Syria and Bilad al-Sham under Ottoman Rule. Essays in Honour of Abdul Karim Rafeq. Leiden 2014.