In modernen Gesellschaften, in denen unterschiedliche Überzeugungen, Weltanschauungen und Lebensstile existieren, nimmt auch die Zahl der Handlungsoptionen zu und die Tragweite von Entscheidungen wächst. Wichtig wird die Frage, welche Kriterien für die jeweilige verantwortliche Entscheidung herangezogen und intersubjektiv nachvollziehbar vermittelt werden können. Der damit einhergehende Verlust festgefügter Maßstäbe erzeugt unterschiedliche Reaktionen. Fundamentalismus oder Relativismus stellen zwei Deutungsversuche dar. Der Moraltheologe Konrad Hilpert schreibt: „Es gehört zur Aufgabe theologischer Ethik, diesen Unterschied zwischen einem Pluralismus, der letztlich aus Freiheit und dem Respekt vor ihr stammt und diesen entfaltet, und einem Pluralismus aus Gleichgültigkeit bzw. aus Verzweiflung an der beobachtbaren Vielfalt von Moralen im Bewusstsein von Öffentlichkeit und Kirche zu halten.“ Wie theologische Ethik diese Aufgabe bewältigen kann und welche weiteren Herausforderungen sich im Kontext von Pluralismus ergeben, soll in diesem Seminar reflektiert und diskutiert werden. Letztlich wird es auch um die Frage gehen, wie plural theologische Ethik selbst sein kann. Am 19. Dezember 2016 wird der Moraltheologe Prof. Dr. Antonio Autiero (Münster/Berlin) zu Gast im Hauptseminar sein und zu dieser Frage, konkret auch vor dem Hintergrund seiner langjährigen Mitgliedschaft in der Zentralen Ethik-Kommission für Stammzellenforschung (ZES) am Berliner Robert-Koch-Institut referieren und mit den Seminarteilnehmern ins Gespräch kommen.

Eine Anmeldung über E-Campus bis zum 24.10.2016 und die Teilnahme an der Sitzung zur Vorbesprechung am 24.10.2016 ist Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar. Die Zahl der Teilnehmer ist auf 25 begrenzt

Hinweis für BA-Studierende:

Dieses HS ist nicht für BA Modul V geöffnet. Falls Sie in diesem Modul ein Seminar belegen möchten, greifen Sie in diesem Semester bitte auf die entsprechenden Seminarangebote von Prof. Joachim Wiemeyer in Christlicher Gesellschaftslehre zurück.