Pierre Bourdieus Forschung bildet einen zentralen Bezugspunkt erziehungswissenschaftlicher Theoriebildung. Im Sinne der Ausrichtung des Moduls A4 Teil 2 wird Bourdieus Konzept im Hinblick auf Anschlussfähigkeit an Bildungstheorie und Bildungsdiskurse reflektiert. Zunächst werden die Kernkategorien Habitus, Feld und Kapital aufgegriffen: Der Habitus einer Person konstituiert sich in seiner konkreten Umwelt, in bestimmten Feldern und auf der Basis des ihr zur Verfügung stehenden bzw. angeeigneten Kapitals. Struktur und Volumen des Kapitals wirken auf Habitus und bestimmen die Position des Einzelnen im sozialen Raum. Habitus und Feld stehen in einem permanenten (Re-)produktionsverhältnis. Aufbauend auf diesem Grundverständnis wird eine gewisse Flexibilität des Habitus als Voraussetzung für Bildungsprozesse thematisiert: Die spezifische wechselseitige Beziehung von Habitus und Feld begründet eine Mehrdimensionalität des Habitus, eine Möglichkeit zu Modifikation und Erweiterung, insofern sich der Habitus an die "Erfordernisse eines Feldes" (Bourdieu) anpasst. Diese Wechselwirkung zwischen Habitus und Feld wird im Seminar als Grundlage für Bildungsprozess, für die Wechselwirkung von 'Ich und Welt' diskutiert.