„Haben Sie heute schon gesündigt?“ In der Werbung ist ab und zu noch die Rede von ihr, ansonsten scheint der Begriff der Sünde dem westlichen Alltagsdenken fast vollständig abhandengekommen zu sein, wie der Soziologe Gerhard Schulze in seinem Buch „Die Sünde. Das schöne Leben und seine Feinde“ konstatiert. Wie steht es um die Sünde? Was lässt sich theologisch-ethisch mit dieser Kategorie (noch) anfangen? Das Seminar will sich mit dieser Frage intensiv auseinandersetzen: Zeitdiagnostische Beobachtungen, historische und biblische Vergewisserungen sollen in einem ersten Anlauf alte und aktuelle Vorstellungen von Sünde und Schuld erhellen. (In der Sitzung am 3. November wird der Moraltheologe Dr. Markus Wonka, Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster, zu Gast sein und erläutern, welche Rolle die Begriffe Sünde und Schuld im Beratungsalltag spielen.) Im Zentrum des Seminars stehen schließlich nachkonziliare, theologisch-ethische Konzepte von Schuld und Sünde. Sie sollen erarbeitet, kritisch gesichtet und diskutiert werden.