Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sind nicht nur Gegenstand zentraler Auseinandersetzungen in der Gotteslehre.

Wie ist Gott? Gerecht, einer, der das Recht gegen die Mächtigen für die Schwachen durchsetzt? Aber zeigt sich Gott im Alten und im Neuen Testament nicht immer auch als barmherziger Gott? Wie ist beides zu vermitteln? Dürfen die Tyrannen der Geschichte Barmherzigkeit erwarten, auch dann, wenn dies zu Lasten der Gerechtigkeit ginge? Das sind Fragen, die ebenfalls für die Religionspädagogik wichtig sind.

Nicht nur als Thema, sondern auch bis in die Gestaltung des Unterrichts hinein, ist dies von Belang. Besondere Anschärfung erfährt das Thema, wenn man es in bestimmten gesellschaftlichen Kontexten ansiedelt. Insbesondere in den Kontexten Lateinamerikas, in denen Gewalt und extreme soziale Spaltung vorherrschen, ist dies virulent.

Aber auch in den wachsenden sozialen Spannungen des Ruhrgebietes zeigt sich - wenn auch unter anderen Voraussetzungen - dessen Relevanz. Dieses Hauptseminar führt systematisch-theologische, religionspädagogische und pädagogische Perspektiven auf diesem Feld zusammen, indem Zugänge aus der Befreiungstheologie, aus der Befreiungspädagogik und aus einer kontextuellen Religionspädagogik bearbeitet werden.

Damit ist es sowohl ein interdisziplinär wie interkulturell ausgerichtetes Seminar, weil es von dem namenhaften Befreiungstheologien Brasiliens, Prof. Dr. Erico Hammes, sowie dem Lehrstuhlinhaber der RUB geleitet wird.

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Literaturhinweise:

• Wird zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben.