Enzymatische Prozesse, insbesondere zur Herstellung von hochwertigen Feinchemikalien, sind ein wichtiger Bereich der weißen Biotechnologie. Enzymreaktionen können im Vergleich zur chemischen Katalyse häufig unter milderen Bedingungen bezüglich der Verwendung von organischen Lösungsmitteln und solcher Prozessparameter wie Tem­peratur, Druck und pH-Wert durchgeführt werden. Die hohe Selektivität vieler Enzyme spart Reaktionsschritte ein und führt so zu einer deutlichen Ressour­cenentlastung.

 

Der erste Teil Vorlesung stellt die wichtigsten Enzyme und ihre Mechanismen vor und zeigt anhand ausgewählter Beispiele die Nutzung im industriellen Maßstab. 

 

Im zweiten Teil wird gezeigt, wie die Eigenschaften von Enzymen über Enzyme Engineering für die technische Nutzung optimiert werden können. Dabei stehen praktische Aspekte wie die Her­stellung von Mutantenbibliotheken und die Entwicklung von Hochdurchsatz-Screening-Verfahren im Vordergrund. Schließlich werden aktuelle Ansätze zur de novo Generierung von Biokataly­satoren aus nicht-katalytischen Protein-Gerüsten vorgestellt. 

 

Die Vorlesung richtet sich an Studierende und Doktoranden der Biologie, Biochemie und Chemie, die Interesse am Arbeiten mit Biokatalysatoren haben. Interesse für die Bereiche Biotechnolo­gie, Katalyse und Stereochemie ist erforderlich.