Im Bereich christlicher Sexualethik kommt es im Jahr 1968 zu einem heftigen Konflikt zwischen kirchlicher Autorität und Gewissen, der sich an dem päpstlichen Verbot künstlicher Empfängnisverhütungsmittel entzündete. 50 Jahre nach dem Erscheinen der Enzyklika Humanae vitae und der Königsteiner Erklärung befasst sich das Seminar mit der nach wie vor virulenten Frage nach dem Verhältnis zwischen Gewissen und (kirchlicher) Autorität. Gemeinsam erarbeitet wird, inwiefern das Gewissen ein Schlüsselbegriff christlicher Ethik darstellt und welche Konzeptionen in der christlichen Tradition wirkmächtig wurden. Diskutiert werden darüber hinaus unterschiedliche Positionen zum Verhältnis von Gewissen und Autorität, vor deren Hintergrund konkrete Konfliktkonstellationen reflektiert und diskutiert werden sollen.