Eine Gesellschaft ist heute weder in ihrer Rechtsform unveränderlich, noch steht sie für sich allein. Im Zuge wirtschaftlicher Veränderungen, insbesondere bei Fusionen und Übernahmen, kann sie ihre Rechtsform wandeln, mit anderen Gesellschaften verschmelzen oder Teil einer Unternehmensgruppe werden.

Bilden mehrere Gesellschaften eine Unternehmensgruppe, so stellt dies die Beziehungen der selbstständig bleibenden Gesellschaften vor besondere Herausforderungen. Einerseits gilt es nun die Gläubiger und Minderheitsgesellschafter der abhängigen Unternehmen, deren Interessen zulasten des herrschenden Unternehmens vernachlässigt werden können, zu schützen. Andererseits muss auch dem Interesse des herrschenden Unternehmens, die Leitungsmacht im Verhältnis zu den abhängigen Unternehmen wirksam ausüben zu können, Rechnung getragen werden. Diesen Fragen widmet sich das vornehmlich im Dritten Buch des Aktiengesetzes geregelte Konzernrecht, das den ersten Teilgegenstand der Vorlesung bildet.

Bei Gesellschaften kann sich ein Bedürfnis ergeben, die rechtliche Struktur zu verändern. In Betracht kommen hier vor allem der Wechsel der Rechtsform, die Verschmelzung mehrere Rechtsträger zu einem sowie die Aufspaltung eines Rechtsträgers in mehrere. Diese Vorgänge lassen sich über klassische gesellschaftsrechtliche Konstruktionen erreichen, die aber gegebenenfalls eine problematische Liquidation und Neugründung erfordern. Demgegenüber ermöglicht das Umwandlungsgesetz solche Vorgänge, ohne dass es einer Liquidation und Neugründung bedürfte. Auch hier stellt sich die Frage nach dem Schutz der Interessen der Gläubiger und der Minderheitsgesellschafter. Das Umwandlungsrecht stellt den zweiten Teilgegenstand der Vorlesung dar.

Die Vorlesung ist Teil des Moduls „Privates Wirtschaftsrecht I“ im Masterstudiengang „Wirtschafts- und Steuerrecht“. Selbstredend sind auch andere Studierende, insbesondere solche des Schwerpunktbereichs 3 willkommen.

Die Vorlesung wird im Sommersemester 2018 erstmalig und zunächst nur einstündig mit Schwerpunkt im Konzernrecht angeboten. In Anbetracht dieses Zuschnitts wird für Studierende im Schwerpunktbereich 3 im Sommersemester 2018 keine VAK zur Vorlesung angeboten. Interessenten seinen auf die Vorlesung „Die Gesellschaft in der Krise und Insolvenz“ (mit VAK) verwiesen. Ab dem Sommersemester 2019 soll die Vorlesung hingegen zweistündig und für den Schwerpunktbereich 3 mit VAK angeboten werden.

Es sind folgende Termine vorgesehen:

13.04.2018; 20.04.2018; 27.04.2018; 04.05.2018; 01.06.2018; 08.06.2018; 15.06.2018; 22.06.2018

Folgende Literatur wird als Begleitlektüre empfohlen:

- Kuhlmann/Ahnis, Konzern- und Umwandlungsrecht, 4. Auflage 2016

- Timmerbeil/Reinhard, Grundriss des Konzern- und Umwandlungsrechts, 1. Auflage 2012