Begleitseminar ********  „Einführung in die theoretische Philosophie David Humes. Erkenntnis und Skepsis“ (Bereich: BA HE 2)

Termine: Donnerstag 8.00-10.00 Uhr, GA 04/187

 

Credits: 4

 

Dozent: Prof. Dr. Albert Newen

 

David Hume (1711-1776) ist einer der wichtigsten Philosophen des 18. Jahrhunderts, der Hauptvertreter des Britischen Empirismus und ein zentraler Vorläufer der Transzendentalphilosophie Kants. Er zeichnet sich durch eine radikal empiristische Erkenntnistheorie aus, die den Ausgangspunkt für alle seine Thesen bildet. Zu den einflussreichen Thesen gehören:

  1. sein Verständnis von Kausalität als bloß auf Gewohnheit basierenden Assoziationen. Bis heute ist es eine aktuelle Option, kausale Beziehungen im Sinne der Humeschen Deutung zu verstehen.
  2. seine Unterscheidung von Tatsachen (‚matter of facts’) und Beziehungen zwischen Vorstellungen (‚relations of ideas’). Damit wird die Unterscheidung von a priori und a posteriori grundgelegt.
  3. seine Theorie der Substanz. Zu den Provokationen seines Denken gehört die These, dass ein Denkakt keines Trägers bedarf, womit er die entscheidende Voraussetzung des Cartesischen Cogito-Arguments leugnet.
  4. seine Theorie der Identität und der Existenz, mit der die Sonderstellung dieser zentralen philosophischen Begriffe schon deutlich herausgearbeitet wird.
  5. seine Theorie des Ich als ein Bündel von Perzeptionen: Einige moderne Theorien des Ich greifen diese Grundidee auf.

 

Hume hat in diesen und vielen anderen Aspekten das philosophische Denken bis heute nachhaltig beeinflusst.

Für einen benoteten Schein sind mindestens ein mündlicher Vortrag zu halten sowie ein Stundenprotokoll im Laufe des Semesters zu verfassen. Zusätzlich eine Hausarbeit (ca. 15 Seiten) zu verfassen. Abgabefrist für alle Hausarbeiten ist Ende Februar 2006.

 

Literatur:

Zentrale Lektüre (für alle Teilnehmer verpflichtend so zu organisieren, dass der Text in den Sitzungen zur Verfügung steht):

- David Hume: Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand, Hamburg: Meiner Verlag 1993: Philosophische Bibliothek, Band 35; (Original 1748).

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Weitere Literatur:

- David Hume: Ein Traktat über die menschliche Natur, Buch I: Über den Verstand, Hamburg 2. Aufl. 1989..

- G. Streminger: David Hume. Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand: Ein einführender Kommentar, Paderborn 1994.

- A. Newen: David Hume. Die Transparenz des Geistes sowie das Ich als Bündel und Einheit von Perzeptionen, in: U. Meixner, A. Newen (Hrsg.): Seele, Denken, Bewusstsein. Zur Geschichte der Philosophie des Geistes, Berlin: de Gruyter 2003, S. 232-284.

- Jens Kulenkampff: David Hume, München: Beck 1989