In diesem Jahr feiert Louise Brown ihren 40. Geburtstag. Sie ist der erste in einer Petrischale gezeugte Mensch. Was Ende der 1970er Jahre eine Sensation sondergleichen war ist mittlerweile Alltag auf Geburtsstationen. Rund 20.000 in vitro gezeugte Babys kommen pro Jahr allein in Deutschland auf die Welt. Die Konsequenzen, die sich aus der Technisierung des Zeugungsvorgangs ergeben, sind in ihren Ausmaßen noch gar nicht ganz absehbar. Ohne die künstliche Befruchtung gäbe es eine lange Reihe von gegenwärtig höchst umstrittenen Fragestellungen nicht. Aktuell diskutiert wird etwa die Frage, welche neuen Konstellationen von Elternschaft sich etablieren werden und welche Auswirkungen die Vervielfältigung von Elternschaft für alle Betroffenen hat. Weitere Fragen ergeben sich im Hinblick auf Samen- oder Eizellspenden, Leihmutterschaft, Embryonenspende oder social freezing. Diese und weitere Fragen greift das Hauptseminar auf. Geplant ist ein interdisziplinärer Austausch mit einem Arzt aus einem Kinderwunschzentrum. Welche theologisch-ethischen Perspektiven lassen sich entwickeln?