Dass historische Ausstellungen aufgrund Ihrer Möglichkeiten, Schule zu öffnen, forschendes Lernen sowie die Teilhabe an der Geschichtskultur anzubahnen und einzuüben, attraktive Lernorte für den Geschichtsunterricht darstellen, liegt auf der Hand. Jedoch stellen sie in ihrer Komplexität Lehrkräfte wie auch die Lernenden selbst vor etliche Fragen und Herausforderungen:

-       Welche Geschichte erzählt eine Ausstellung?

-       Zu welchen Fragen und auf welchem Wege lässt sich in einer Ausstellung sinnvoll arbeiten und lernen?

-       Wie lässt sich das breite Angebot auch bereits vergangener oder räumlich weit entfernter Ausstellungen in den Unterrichtsalltag integrieren?

-       Wie wird eine Ausstellung von den Besuchern und im geschichtskulturellen Diskurs wahrgenommen?

Das Seminar widmet sich im Kern der Frage, wie das breite geschichtskulturelle Angebot an historischen Ausstellungen für den Geschichtsunterricht sinnvoll genutzt werden kann.

Hierzu sollen Ausstellungen mit Blick auf ihre Narrative dekonstruiert und Lernpotentiale für den Geschichtsunterricht herausgearbeitet werden, wobei ein Fokus auf dem Spannungsfeld der authentischen Objekte auf der einen und der theoretischen Konstruktion/Austellungskonzeption auf der anderen Seite liegen soll.

  • Pleitner, Berit: „Da kann man so viel lernen, gerade für junge Leute“. Überlegungen zum Verhältnis von Jugendlichen und Museen, in: Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, (Jahresband 2006), Schwalbach/Ts. 2006, S. 93-108.
  • Hartung, Olaf: Aktuelle Trends in der Museumsdidaktik und ihre Bedeutung für das historische Lernen, in: Oswalt / Pandel (Hrsg.): Geschichtskultur. Die Anwesenheit von Vergangenheit in der Gegenwart (Forum Historisches Lernen), Schwalbach/Ts. 2009, S.153-171.
  • Urban, Andreas: Rettung der Vergangenheit – Verlust der Gegenwart? Museumskultur in der Postmoderne, in: Horn / Sauer (Hrsg.) Geschichte und Öffentlichkeit. Orte – Medien – Institutionen, Göttingen 2009, S. 70-79.